Bilder, Videos und das Urheberrecht – Wie kann ich meine Arbeit schützen und wie vermeide ich Rechtsverletzungen Dritter? – Teil 2

Der erste Teil dieses Beitrages thematisierte Grundlagen des Urheberrechts. Hier wurde geklärt, wer Urheber eines Bildes ist sowie dessen Rechte und Pflichten.

Im zweiten Teil dieses Artikels erfahren Sie, welche rechtlichen Regelungen Sie als Social Media Manager bei der Bildrecherche sowie der Veröffentlichung von Inhalten beachten müssen.

Was muss der Social-Media-Manager bei der Nutzung fremder Inhalte beachten?

Sind Sie nicht persönlich Urheber eines Bildes oder des Videos, dürfen Sie das Bild nur mit Erlaubnis des Urhebers oder eines hierzu berechtigten Lizenznehmers im Rahmen der Lizenzbedingungen nutzen. Hierbei ist egal, ob bei Ihrer Verwendung ersichtlich ist, wer der Urheber ist oder nicht. Das Urheberrecht schützt nicht nur das Recht des Urhebers, als Urheber erkennbar gemacht zu werden, sondern auch die Nutzung des Bildes. Demnach ist es für die Frage, ob man das Bild verwenden darf völlig egal, ob an einem Foto ein © Hinweis oder der Name des Urhebers angebracht ist. Eine Unterlassene Urheberbenennung kann allerdings einen eventuellen Schadensersatzanspruch des Urhebers erhöhen.

Achtung bei der Weitergabe von Fotos an Kunden

Wenn Sie als Agentur tätig werden und im Rahmen des Auftrags Bilder für den Kunden beschaffen, haften Sie grundsätzlich dafür, dass die Bilder für den vorgesehenen Einsatzzweck genutzt werden dürfen. Fehlt die entsprechende Lizenz und wird der Kunde später wegen des Bildes berechtigt abgemahnt, müssen Sie Ihrem Kunden die entstandenen Kosten ersetzen. Wenn der Kunde sich um die Beschaffung/Lizenzierung der Bilder kümmern soll, empfiehlt es sich unbedingt dies schriftlich festzuhalten.

Was ist mit Creative-Commons-Lizenzen?

Immer wieder denken Nutzer, dass sie Bilder, die unter Creative-Commons-Lizenzen („CC-Lizenzen“) veröffentlicht werden, nach Belieben kostenfrei genutzt werden können. Unter CC-Lizenzen versteht man ein Bündel an standardisierten Lizenzverträgen, die eine vereinfachte Nutzung der Bilder zum Ziel haben, indem klar erkennbar ist, was gestattet ist und was nicht. Diese CC-Lizenzen stellen somit keine Ausnahme vom Urheberrecht dar, sondern sind nur eine bestimmte Form von Lizenz. Tatsächlich nutzen viele Urheber CC-Lizenzen, die eine unentgeltliche Nutzung des Bildes ermöglichen. Allerdings gilt das nicht automatisch auch für die kommerzielle Nutzung. CC-Lizenzen werden nur unter der Bedingung erteilt, dass die Lizenzbedingungen eingehalten werden. Werden die jeweiligen Lizenzbedingungen nicht eingehalten, liegt eine Urheberrechtsverletzung vor. Fast allen CC-Lizenzen gemein ist der Umstand, dass der Urheber genannt werden muss und ein Verweis auf die jeweilige Lizenz vorzunehmen ist.

ACHTUNG!

Bei der Nutzung von CC-Lizenzierten Bildern prüfen viele Nutzer die Lizenzbedingungen nicht oder nur oberflächlich. Hierbei ist zu beachten, dass es nicht „die“ CC-Lizenz gibt, sondern eine Vielzahl voneinander abweichender Lizenzen, teilweise in verschiedenen Versionen. Es ist hier genau darauf zu achten, welche Nutzungen die jeweilige Lizenz gestattet und welche Handlungen vom Nutzer vorgenommen werden müssen, damit die Lizenzbedingungen eingehalten werden.

Sind Stock Fotos sicher?

Als kostengünstige Alternative zu teuren Bildagenturen bieten sich Webeseiten an, die „Stock Fotos“ anbieten (z. B. istockphoto.com, fotolia.com, shutterstock.com). Unter „Stock Fotos“ versteht man Fotos, die von Ihren Fotografen auf Vorrat produziert werden und über entsprechende Webseiten zur Lizenzierung angeboten werden. Hierbei kann jedermann eine Lizenz an den angebotenen Bildern erhalten (entgeltlich und unentgeltlich). Allerdings geschieht dies nur unter den Lizenzbedingungen der jeweiligen Plattform. Diese sollte man sehr genau lesen und einhalten, da hier oft erhebliche Einschränkungen der legalen Nutzung zu finden sind. Oft werden bestimmte Nutzungsarten auch nur gegen (erhöhtes) Entgelt angeboten.

Screenshot der Stockfoto-Datenbank Fotolia Fotolia.com ist eine der meist genutzten Datenbanken für Stockfotos in Deutschland. Quelle Screenshot: Fotolia.de

In allen Lizenzbedingungen der Stock-Foto Agenturen findet sich der Hinweis, dass es dem Lizenznehmer nicht gestattet ist, die ihm eingeräumten Rechte an Dritte zu übertragen („Unterlizenzen“). Also darf der Lizenznehmer das Bild nur selbst und für sich nutzen. Dritte sind aus der Lizenz nicht zur Nutzung berechtigt.

Hieraus entsteht das massive Problem, dass entsprechende Fotos eigentlich nicht bei Facebook hochgeladen werden dürfen. Die Nutzungsbedingungen von Facebook sehen vor, dass ein Nutzer, der ein Bild oder ähnliches hoch lädt, Facebook eine Lizenz an dem Foto einräumt und Facebook berechtigt ist, das Bild zu Werbezwecken zu verwenden (Unterlizenz).

Mit dem Upload eines unter einer Stock-Foto-Lizenz stehenden Fotos bei Facebook verstößt man also in der Regel gegen die Lizenzbedingungen der Stock-Foto Webseite und begeht dadurch eine Urheberrechtsverletzung.

So lange die Stock-Foto-Webseite keine entsprechende Social-Media-Lizenz anbietet, die eine Nutzung auf z.B. Facebook gestattet, ist die Nutzung von Stock-Fotos auf Facebook oder anderen Webseiten, die sich Rechte an hochgeladenen Bildern einräumen lassen, risikobehaftet. Bei Verstoß können der Urheber und die Stock-Foto-Webseite die Unterlassung der Nutzung des Bildes und Schadensersatz verlangen.

Hafte ich für Urheberrechtsverletzungen Dritter auf meiner Webseite?

Wenn Sie eine Facebook Seite oder eine Webseite betreiben, auf der Nutzer eigene Inhalte einstellen können („user generated content“), besteht die Möglichkeit, dass Postings von Nutzern Ihrer Seite gegen das Urheberrecht verstoßen. Dabei stellt sich die Frage, ob beziehungsweise wann Sie für diese Verstöße haften. Grundsätzlich haften Sie als Seiten-/Forenbetreiber nicht dafür, dass ein Dritter auf Ihrer Webseite urheberrechtsverletzenden Content hoch lädt. Allerdings haften Sie, wenn Sie auf die Rechtsverletzung hingewiesen wurden und nicht reagiert haben. Entfernen Sie den rechtswidrigen Inhalt nicht unverzüglich, können Sie auch selbst abgemahnt werden. Bestehen Ihrerseits Zweifel daran, ob eine Rechtsverletzung vorliegt, sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen.

Fazit

Die Nutzung fremder Medien im Internet ist mit einer Vielzahl juristischer Fallstricke verbunden und kann bei Rechtsverletzungen zu empfindlichen finanziellen Folgen führen. Bei Einhaltung weniger Grundregeln kann man das Risiko rechtswidriger Nutzung jedoch stark minimieren.

So sollten fremde Inhalte nie ohne entsprechende Lizenz verwendet werden. Hierbei ist unerheblich, ob diese individuell mit dem Fotografen selbst ausgehandelt wurde, oder ob es sich um eine CC-Lizenz handelt. In jedem Fall sollten die Medien nur innerhalb der in der Lizenz vereinbarten Bedingungen verwendet werden.

Falls Sie nicht einschätzen können, ob eine bestimmte geplante Verwendung eines Bildes von der im Raum stehenden Lizenz abgedeckt ist oder falls sonstige Fragen im Zusammenhang mit der Verwendung fremder Medien bestehen, sollten Sie sich an einen spezialisierten Rechtsanwalt wenden.

Quelle Header-Icons: Webdesignerdepot.com