Facebook Gruppen für Unternehmen

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Nicht erst seit der Ankündigung des alternativen Newsfeeds auf Facebook, sollten Unternehmen hellhörig geworden sein. Denn was ihre Marketingaktivitäten und Kommunikationsstrategie auf dem Netzwerk angeht, so könnte sich künftig einiges ändern. Eine Möglichkeit, den Kundenkontakt zu stärken und Fans nach wie vor auf dem Netzwerk zu erreichen, sind Facebook Gruppen. Im Gespräch mit Dörte, unserer Social Media Managerin, sind wir dem Potenzial von Facebook Gruppen für Unternehmen auf den Grund gegangen.

2017 war ein spannendes Jahr für Facebook Gruppen. Kannst Du darüber etwas mehr sagen?

Ja natürlich. Während auf vielen herkömmlichen Unternehmensseiten die Interaktionen der User nachlassen, werden die Gruppen immer beliebter, die Tendenz ist klar erkennbar. Auf der Facebook Konferenz im Frühjahr 2017 wurde angekündigt, dass die Gruppen zunehmend gestärkt und die Gruppenfunktion auf Seitenebene ausgeweitet werden soll. Bisher konnten nur Privatpersonen Gruppen anlegen und seit April dieses Jahres ist es möglich, Gruppen auch auf Unternehmensebene zu erstellen. Jedes Roll-Up bedarf einer gewissen Zeitschiene, sodass erst ab Juli 2017 dieses Feature für alle Unternehmen wirklich zur Verfügung stand.

Wie können Unternehmen die Gruppen für sich nutzen?

Unternehmen sollen die Gruppen nicht als Eigenmarketing-Kanal für sich nutzen. Das heißt, es ist davon abzusehen, die User in dem Gruppen mit Spam oder Produktwerbung zu nerven. Vielmehr dienen die Gruppen als zusätzlicher Support-Kanal für Unternehmen. Hier können sie ihre Expertise zeigen, sich mit ihren Kunden noch intensiver austauschen, auf konkrete Fragen zu Produkten und dem Unternehmen eingehen, Events begleiten und bestenfalls eine aktive Gemeinschaft aufbauen.

Wie können Unternehmen Mitglieder für ihre Gruppen gewinnen?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten für Unternehmen, Mitglieder zu gewinnen. Generell zeigt sich, dass sich die User immer mehr in die Gruppen zurückziehen, da diese einen Schutzraum bieten und sie dort auf Gleichgesinnte treffen. Unternehmen können sich entscheiden, ob sie eine geschlossene oder öffentliche Gruppe erstellen. Bei den öffentlichen Gruppen können sie zudem auswählen, ob sie die Mitglieder erst freischalten müssen. Für diesen Fall bietet Facebook die Möglichkeit, einen Vorabfragebogen mit drei Fragen zu erstellen, in welchem Filterfragen herauskristallisieren, warum derjenige der Gruppe beitreten will und was er sich von dieser verspricht. Der Gruppenadministrator kann letztendlich entscheiden, ob derjenige ein neues Mitglied wird oder nicht. Neue Mitglieder können natürlich zusätzlich durch Postings auf der Unternehmensseite gewonnen werden, klassisch durch die Schaltung von Ads oder über die Einladungsfunktion innerhalb der Gruppe, über die sich Fans und Freunde hinzufügen lassen. Für das Empfehlungsmarketing speilt zudem die Verknüpfungsmöglichkeit der Gruppen untereinander eine wesentliche Rolle.

Was denkst Du, wohin sich die Facebook Gruppen in der Zukunft entwickeln werden?

Gruppen werden in Zukunft eine viel größere Rolle spielen. Schon allein durch den Test mit dem Explore Feed in den letzten Wochen wird deutlich, dass es eine verstärkte Trennung zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich geben wird. Im privaten Newsfeed werden zukünftig vorrangig Beiträge zu sehen sein, die von meinen Freunden empfohlen werden sowie Beiträge aus Gruppen oder gesponserte Posts. Schon aktuell scheint der Facebook Algorithmus Gruppenbeiträge gegenüber organischen Posts durchaus zu begünstigen. Es bleibt also sehr spannend!

Wenn Du das Gespräch noch einmal Revue passieren lässt, was sind für Dich die fünf Erfolgsfaktoren von Facebook Gruppen für Unternehmen?

  1. Gruppen sollten vor allem einen zuverlässigen Kundenservice bieten, d.h. Kundenfragen sollten nicht länger als 24 Stunden unbeantwortet bleiben. Die Gefahr, dass Nutzer das Interesse an der Gruppe verlieren, steigt dann rapide an.

  2. Es ist wichtig, dass keine einseitige Kommunikation entsteht, d.h. Unternehmen sollten sich immer das Feedback von den Usern einholen. Sie erhalten durch den Austausch konstruktive Kritik und können dadurch sehen, wo sie ihr Unternehmen verbessern können und wo der Interessensschwerpunkt ihrer Zielgruppe liegt. Was wünscht sich der Kunde von mir bzw. meiner Marke? Die Erkenntnisse lassen sich dann optimal in das Produktmanagement einbinden.

  3. Das Eigenmarketing sollte sehr flach gehalten werden. Gruppen sollten nicht als Marketingkanal verwendet werden, sondern einen realen Mehrwert bieten. Für das Unternehmen heißt das: kein Spam, keine Werbung!

  4. Keine oder nur sehr zurückhaltende Verwendung von Chatbots in Gruppen. Die automatisierten Antworten eignen sich nicht für Gruppen, da durch deren Verwendung die Authentizität verloren geht. Die Verlustrate der Mitglieder würde dadurch deutlich ansteigen.

  5. Die Gruppen sollen eine Community bilden, d.h. die Fans sollen sich untereinander vernetzen sowie Beziehungen zueinander aufbauen können. Im besten Fall entsteht einerseits eine Kommunikation zwischen Unternehmen und Fans und andererseits die Kommunikation zwischen den Fans selbst. Spezifische Zielgruppen können dort viel besser herausgefiltert und angesprochen werden.


Ihr habt bereits Erfahrungen mit Facebook Gruppen gesammelt oder habt Fragen zum Thema Facebook-Marketing? Dann freuen wir uns auf Euer Feedback, Anregungen und Anfragen!