Der Facebook Newsfeed Algorithmus – Fake News und Clickbaiting

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Im letzten Blogbeitrag zum Thema Facebook-Algorithmus haben wir Euch die neuen Features und Updates der vergangenen Monate im Facebook-Newsfeed erläutert. Nun wollen wir fortfahren und die Probleme von Facebook sowie Updates, die versuchen, dagegen vorzugehen, untersuchen. Was gibt es Neues von dem Sozialen Netzwerk Facebook im Kampf gegen Fake News und Non-Content-Beiträge?

Fake News und Clickbaiting – woran erkenne Ich, um was es sich handelt?

Regelmäßig wird Facebook vorgeworfen, unsachgemäß mit Falschmeldungen umzugehen. Mit zahlreichen Updates und Neuerungen versucht das Unternehmen nun jedoch, seinen Usern einen problemlosen Umgang mit Informationen zu ermöglichen und nimmt auch die Nutzer selbst unter die Lupe. Mit Hilfe von Ratgebern für Facebook-Nutzer will das Soziale Netzwerk auf die Problematik aufmerksam machen und gibt den Usern Ratschläge für die erfolgreiche Erkennung falscher Nachrichten und irreführender Links.

Click- und Likebaiting Beiträge werden mit weniger Reichweite bestraft

„Jetzt liken und mehr über diese Nachricht erfahren!“ So oder so ähnlich klingen Facebook-Posts, die als Likebaiting-Beiträge bezeichnet werden. Ähnlich dazu funktionieren Clickbaiting-Beiträge. Diese verleiten User dazu, auf Beitragsfotos zu klicken, um dann auf eine externe Website weitergeleitet zu werden. Die Pages, die dadurch geöffnet werden, sind nicht selten an Viren, Spam oder Non-Content-Pages gebunden. Mit seinen Updates im August 2016 sowie Mai 2017 versucht Facebook stärker gegen diese Beiträge vorzugehen. Click- und Likebaiting Artikel werden seitdem mit einer deutlich geringeren Reichweite bestraft. Dieses Unterfangen dient der Erhaltung der Qualität von Facebook und wird mittels einer Art Spam-Filter durchgeführt. Vermieden werden sollen unseriöse Websites, die größtenteils aus Werbung bestehen. Im Juni 2017 wird ein weiteres Update durchgeführt, welches Spam-Beiträge verhindern soll und in diesem Fall noch härter gegen Clickbaiting-Überschriften vorgeht.

Neue Guidelines im Kampf gegen Fake News und Non-Content

Damit User sachgemäß im Umgang mit Fake News und „Nontent“ umzugehen wissen, wird im Oktober 2017 eine neue Guideline von Facebook veröffentlicht, die dem Low-quality-Content entgegentreten soll. Diese Guideline folgt drei Grundprinzipien:

  1. Der Newsfeed soll User mit den Geschichten in Verbindung bringen, die ihnen persönlich besonders wichtig sind. Nutzer schätzen informative und sinnvolle Inhalte. Dementsprechend wird der Newsfeed noch persönlicher an die Interessen und Vorlieben der Nutzer angepasst. Diesem wiedersprechende Beiträge sollen unterbunden werden.
  2. Seitenbetreiber werden angehalten, sich darauf zu konzentrieren, authentische und korrekte Inhalte zu posten. Beiträge, deren Inhalte mit falschen Versprechungen locken oder auf dubiose Websites führen, sollen nun ein für alle Mal aus dem Netzwerk verbannt werden.
  3. 3. Ein neu entwickelter Gemeinschaftsstandard regelt, welche Inhalte erlaubt sind und welche nicht. Hierzu hat sich Facebook ausgiebig mit der Thematik auseinander gesetzt und die Problematik des Low-quality-Content analysiert. Menschenverachtende und gewaltverherrlichende Beiträge sollen dadurch von vornherein verhindert werden und ein respektvolles sowie sicheres Verhalten fördern.

Mit Hilfe eines neuen Buttons im Newsfeed möchte sich Facebook nicht nur gegen Fake News wehren, sondern zusätzlich auch als ernstzunehmender Nachrichten-Dienst auftreten. User können seit Oktober 2017 mit einem Klick auf diesen Button weitere Informationen zum Autor und zu der Thematik des Textes beziehen. Problematisch ist in diesem Fall jedoch, dass dieser Button nicht verpflichtend ist. Das bedeutet, offizielle Journalisten und Publisher bzw. Nachrichtenseiten auf Facebook können Beiträge durch diese Funktion genauer erläutern, Autoren von Non-Content-Beiträgen und Spam müssen dies nicht tun. Das Resultat daraus ist: Ernstzunehmende Seiten nutzen die Funktion, weil es keine negativen Auswirkungen auf den Erfolg hat, Facebook-Seitenbetreiber mit Fake News meiden diese Funktion.

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Screenshot Facebook.com

Der Explore-Feed – Die Lösung im Kampf gegen Fake News?

Wie bereits in Teil 1 dieses Blogbeitrags beschrieben, hat Facebook im Oktober testweise den Explore-Feed modifiziert. Dies führt dazu, dass im „klassischen“ Feed nur noch beworbene Beiträge angezeigt werden. Könnte dies vielleicht die Lösung gegen Clickbaiting, Fake News und Non-Content-Beiträge sein? Als Folge des neuen Explore-Feeds werden alle Beiträge mit organischer Reichweite aus dem klassischen Feed verbannt und erscheinen dem Leser lediglich im Explore-Feed. Dies könnte dazu führen, dass auch Non-Content-Beiträge oder Click- und Likebaiting-Beiträge nur noch im Explore-Feed erscheinen, solange sie nicht beworben sind. Außerdem werden den Usern im Newsfeed, neben den bezahlten Beiträgen, nur noch die Neuigkeiten von Freunden und Familie angezeigt. Dies soll zu einem personalisiertem Newsfeed führen, der den Usern nur die Informationen liefert, welche sie auch erwarten. Im Oktober 2017 wurde diese Funktion jedoch nur testweise in sechs Ländern ausprobiert. Wie der Stand des potentiellen Rollouts derzeit ist, bleibt unbekannt und somit auch, ob dieser neue Newsfeed bald überall gegen Non-Content vorgehen wird.

Ist das die Lösung? Wie zielführend sind die zahlreichen Updates der letzten Monate?

Ein Soziales Netzwerk mit mehr als 2,1 Milliarden Nutzern insgesamt und 1,37 täglichen Nutzern bietet zahlreiche Möglichkeiten für Nutzer, ihren Content auf unterschiedlichste Art und Weise zu verbreiten. Ein Vorgehen seitens Facebook gegen Fake News, Non-Content sowie Click- und Likebaiting ist notwendig. Erste Ergebnisse konnten im Vorfeld des Bundestagswahlkampfs gesichtet werden, als zahlreiche gefälschte Konten auf Facebook gesperrt wurden, um Manipulation im Wahlkampf zu vermeiden. Bislang bleibt jedoch nur zu hoffen, dass das soziale Netzwerk weiter gegen solche Inhalte vorgeht und diese irgendwann komplett von der Plattform ferngehalten werden.