Tag für Tag werden weltweit unzählige digitale Fotos an Freunde, Bekannte oder gar fremde Menschen verschickt. Ärgerlich dabei ist, dass die Bilder danach meist nicht mehr von Smartphone, Computer oder gar aus dem Internet verschwinden. Evan Spiegel und Robert Murphy haben sich dieses Problems angenommen und im Jahr 2011 Snapchat auf den Markt gebracht – eine App, die es ihren Nutzern ermöglicht, Schnappschüsse an Personen zu versenden, die nur für ein paar Sekunden sichtbar sind. Anschließend zerstören sie sich selbst. Elisa hatte Euch bereits das Netzwerk in Ihrem Blog-Beitrag ausführlich vorgestellt. Heute möchte ich Euch zeigen, inwieweit Snapchat von B2B-Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann.

Warum sich Snapchat nicht immer lohnt

Wer sich die App schon einmal genauer angesehen hat, dem ist sicher aufgefallen, dass der Mehrwert für B2B-Unternehmen nicht ganz so klar auf der Hand liegt: Zum einen stellt das überwiegend jugendliche Publikum keine ideale Zielgruppe für das klassische Marketing dar, zum anderen werden die Fotos und Videos direkt beim Gebrauch der App aufgenommen und können folglich vor dem Versenden nicht professionell bearbeitet werden. Hinzu kommt die kurze Dauer, in der die verschickten Inhalte abrufbar sind. Möchten potenzielle Kunden später noch einmal auf die Botschaft zurückgreifen, so ist ihnen dies nicht möglich.

Wann Snapchat für B2B-Unternehmen sinnvoll ist

Aber genau in diesen Herausforderungen liegen die Chancen Snapchats. Denn Social Media 2016 ist weit mehr als Hochglanzbilder und gestellte Szenen. Social Media 2016 ist innovativ, spontan, unkonventionell und direkt. Und dies sind die Eigenschaften von Snapchat, die es gilt im Rahmen der B2B-Unternehmenskommunikation sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Insbesondere die Tatsache, dass die Inhalte nicht professionell perfektioniert wurden, ist hier ein essentieller Vorteil und vermittelt absolute Authentizität – gerade mit Blick auf eine jüngere Zielgruppe. Gleichzeitig können ausgewählte Geschäftspartner und Kunden mit exklusivem Content spezielle Einblicke in das Unternehmen ermöglicht oder mit besonderen Angeboten auf Produkte und Kampagnen aufmerksam gemacht werden. Alles mit der Gewissheit, dass die Botschaft nur wenige Sekunden existiert. Zudem kann die Videofunktion für kurze und authentische Videos genutzt werden, die einen besonderen Einblick in das Unternehmen erlauben. Das kann zum Beispiel ein Rundgang durch die Büroräume sein, bei dem gutgelaunte und motivierte Mitarbeiter ein authentisches Bild des Unternehmens vermitteln. Doch auch Firmenevents eigenen sich hervorragend dafür, die Atmosphäre innerhalb eines Unternehmens nach außen zu tragen.

Snapchat als Recruiting-Tool für B2B-Unternehmen ideal

Mit Blick auf die App und ihre Möglichkeiten liegt ein sinnvoller Verwendungszweck klar auf der Hand: Personalmarketing. Snapchat bietet eine Plattform um mit der Generation Z in Kontakt zu treten, deren Nutzung sich perspektivisch nicht nur auf Facebook konzentrieren wird. Wichtig ist hier aber, dass alle Aktivitäten von einer Person gesteuert werden, die auch weiß, was bei der Zielgruppe ankommt und was nicht. Denn schließlich geht es um echte Beziehungen zu der Zielgruppe und diese entstehen durch Geschichten, Emotionen und qualitativen Content. Daher ist es in diesem Rahmen besonders wichtig, dass der Spagat zwischen Qualitätsanspruch des Unternehmens und authentischen Inhalten für eine junge Zielgruppe erfolgreich gelingt. Ein entsprechendes Briefing, Testläufe und natürlich eine Erfolgsevaluation sind daher unabdingbar. Denn auch hier müssen alle Aktivitäten als Prozess verstanden werden, der sich kontinuierlich weiterentwickelt.

5 Content Ideen für Snapchat im B2B-Umfeld

1. Bürorundgänge und Mitarbeiter kurz mit einem Satz vorstellen
2. Berichterstattung von Messen und Events
3. Exklusive Produktpräsentationen und Fragestunden
4. Bilder vom Besuch bei Kunden und Partnern
5. Interview-Nachmittag mit Kunden oder Mitarbeitern

Snapchat für B2B-Unternehmen
Quelle Screenshots: Eigener Snapchat-Account. www.snapchat.com

Auf den kreativen Social Media-Manager kommt es an

Letztendlich muss jedes B2B-Unternehmen in Abhängigkeit seiner Ziele beziehungsweise seiner Zielgruppe selbst entscheiden, ob Snapchat ein geeigneter Kanal ist oder nicht. Entsprechend sollte sich die Frage stellen, ob man einen weiteren Kanal für die Unternehmenskommunikation mit all seinen Chancen und Risiken eröffnen möchte oder eben nicht. Entschließt man sich dazu, sollten alle Aktivitäten nicht losgelöst von den anderen Social Media-Kanälen erfolgen, sondern sinnvoll in den Redaktionsplan und bereits bestehende Kampagnen integriert werden.
Denn eins ist sicher – Snapchat, Vine, Instagram oder seit neuestem auch MSQRD – die Zeit steht nicht still und an die Seite der „großen“ Kanäle gesellen sich immer mehr Apps und Dienste, die kreativ angewandt, ebenfalls ihren Teil dazu beitragen können, die Unternehmensmarke dorthin zu transportieren, wo sie ankommen soll: Bei den potentiellen Arbeitskollegen und Kunden von morgen.

Quelle Snapchat Logo: www.worldvectorlogo.com
Quelle Header-Icons: www.webdesignerdepot.com

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