Coming soon: Facebook Instant Articles – Fluch oder Segen für User und Verleger? – Teil 2

Facebook Instant Articles

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir Euch bereits einen Überblick über die neuen Facebook Instant Articles gegeben und über die verbesserte Userexperience berichtet. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, welche Vorteile Instant Articles für Verleger und Unternehmen bieten, aber auch, welche berechtigte Kritik gegenüber dem neuen Facebook Feature geäußert wird.

Vorteile für Verleger durch Facebook Instant Articles

Nach Ansicht von Facebook ist die Funktion der Instant Articles ein optimales Tool für die Verleger, um interaktiven und schnellen Inhalt für ihre Leser zu kreieren. Zugleich, so Facebook Produktvorstand Chris Cox, behalten sie die Kontrolle über ihre Inhalte und Geschäftsmodelle. Mithilfe einer WordPress Erweiterung, die ab Mitte April verfügbar sein wird, haben Herausgeber dann die Wahl, ihre Inhalte über Facebook zu veröffentlichen. Es besteht hierbei die Möglichkeit, eigene Themes zu entwickeln, da das Plug-In quelloffen und individualisierbar ist.

Der Social Media Gigant bietet den Verlagen dabei auch eine Möglichkeit zur Vermarktung: Publisher können begleitende Werbung entlang der veröffentlichten Inhalte selbst verkaufen und die Einnahmen ohne Provision behalten. Oder sie nutzen Facebook als Vermarkter und geben 30 Prozent ab, sodass 70 Prozent der Werbeerlöse beim Herausgeber der Inhalte verbleiben. Am Ende eines Instant Articles kann dem Leser zudem die Möglichkeit zur Eintragung in einen Newsletter gegeben werden, womit die Verlage ihre Fans zusätzlich an sich binden können. Mit Instant Articles werden nicht nur neue Leser angesprochen, sondern auch die Reichweiten erhöht werden, meint Torsten Beck, Social Media Manager bei Spiegel Online.

Facebook Instant Articles Die Ansicht des Instant Article ist klar und übersichtlich gestaltet und enthält – je nach Wunsch des Verlegers – interaktive Elemente. Quelle: Eigenes Foto.

Gute Chancen mit Facebook Instant Articles auch für Unternehmen

Neben Verlagen dürfen auch Unternehmen die Chance nutzen und ihre Fans bei Facebook mit Instant Articles auf ihre Dienstleistungen und Produkte aufmerksam machen. Über Facebook selbst kann eine Registrierungsanfrage für die Funktion gestellt werden. Gibt es einen unternehmenseigenen Blog, sollten dessen Inhalte ebenso über Instant Articles veröffentlicht werden, um dem Kunden ein interaktives und komfortables Nutzererlebnis zu bescheren und eine Beziehung zum Unternehmen aufzubauen, die den Leser im besten Falle auch auf die firmeneigene Website führt.

Die Kritik kommt instant

Kritiker befürchten jedoch die Entwicklung einer starken Abhängigkeit von Facebook, insbesondere für Medienunternehmen. Schließlich kann Facebook die Konditionen jederzeit ändern. Manch einer sieht sogar Gefahren für das offene Internet. Was passiert, wenn sich Verleger und Blogger von ihren Content Management Systemen trennen und stattdessen ihre Inhalte auf Facebook veröffentlichen?
Auch die gelobte Reichweite ist alles andere als sicher – Facebook allein bestimmt nach wie vor über den Newsfeed-Algorithmus und damit über die Inhalte im Newsfeed eines Nutzers. Eine Verbesserung in der Performance der Beiträge ist mitunter sogar schlechter als ohne Instant Articles.

Mit einem Klick öffnet sich der Instant Article und kann schnell und ohne weitere Hürden gelesen werden. Quelle: mockuphone.com Mit einem Klick öffnet sich der Instant Article und kann schnell und ohne weitere Hürden gelesen werden. Quelle: mockuphone.com

Fazit: Komfort für den User, Unsicherheiten für Verleger

Facebook-Nutzer können sich ab dem 12. April über ein angenehm schnelles und interaktives Konsumieren von Nachrichten freuen, ohne das soziale Netzwerk dafür verlassen zu müssen. Verleger werden sich wohl schrittweise an das neue Feature herantasten und für sich selbst abwägen müssen, ob sie dem Leser dorthin folgen, wo er sich aufhält oder ob sie ihn lieber zu sich holen. Ob die Instant Articles für Herausgeber tatsächlich so erfolgversprechend sind wie Facebook vorgibt, werden die künftigen Statistiken zeigen. Wir halten Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen und empfehlen Euch zur vertiefenden Lektüre folgende Artikel:

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