Nach LINE und WeChat möchten wir Euch heute mit KakaoTalk einen dritten Messenger vorstellen, der ebenso ein großes Potenzial im Marketing besitzt.

Der südkoreanische Messenger KakaoTalk wurde 2010 von dem Internetunternehmen Kakao gegründet und hat derzeit mehr als 150 Millionen Nutzer weltweit, davon sind monatlich 49 Millionen aktiv (Stand Q1 2016). Auf 90% der Smartphones in Südkorea ist die App installiert, auf den Philippinen sowie im südostasiatischen Raum wird sie ebenfalls benutzt.
Einsatz von KakaoTalk im Marketing

Diese Features bietet KakaoTalk für den Einsatz im Marketing

Für Unternehmen ist sie interessant, da sie wie LINE und WeChat offizielle Business-Accounts bereitstellt. Die Plus-Friend-Funktion bietet dabei großen Unternehmen eine Plattform für direktes Marketing an. Die Firmen können über den Account Neuigkeiten bereitstellen oder Rabatt-Aktionen und Coupons für Marketingzwecke einsetzen. Die Nutzer erhalten dabei die aktuellen Informationen als direkte Nachricht aus erster Hand.  Diese Profilart ist allerdings an eine kostenpflichtige Kooperation mit KakaoTalk gebunden. Daher wird sie hauptsächlich nur von Großunternehmen aus Südkorea und internationalen Firmen genutzt. Für kleinere Unternehmen stellt KakaoTalk eine kostenlose und frei zugängliche Form von Accounts zur Verfügung, die sogenannten „Yellow IDs“. Diese besitzen aber weniger Funktionen. So haben sie im Gegensatz zu den „Plus Friends“ keine eigene Kategorie. Daher müssen sie aktiv von den Nutzern hinzugefügt werden, damit sie die Nachrichten der Firma erhalten.

Neben den Business-Accounts finden Spiele, Sticker und die Möglichkeit des Gruppenchats Anwendung im Marketing. Die Nutzung von „Kakao Friend Stickern“ funktioniert dabei ähnlich wie bei LINE. Auch hier können Unternehmen, die einen „Plus-Friend-Account“ haben, personalisierte Sticker entwickeln und damit ihre Markenbekanntheit ausbauen. In den Spielen lassen sich außerdem zusätzliche Kaufanreize einbinden. So bieten Unternehmen zum Beispiel für jedes gewonnene Spiel Gutscheine an, die die Nutzer dann bequem im Online-Shop oder Geschäft einlösen können.

Die Funktion „Group Call“ kann für eine erfolgreiche Recruiting-Kampagne verwendet werden. Hier ist es möglich, mit bis zu fünf Teilnehmern ein Gruppenbewerbungsgespräch durchzuführen. Somit können potenzielle Jobanwärter direkt verglichen und auf ihre Eignung geprüft werden. Das erspart einem Unternehmen viel Zeit bei der Auswahl seiner Bewerber.

Fazit: Asien als Vorbild?!

Der kleine Blick nach Asien zeigt, welches spannende Marketing-Potenzial die drei führenden Messenger-Dienste besitzen und vor welchen Herausforderungen der Facebook Messenger & Co. noch stehen. Die asiatischen Anbieter haben es verstanden, was Kunden wollen und sich durch ihr Angebot zu einem integralen Alltagsbestandteil der Nutzer entwickelt. Das daraus resultierende Potenzial für Unternehmen geht natürlich auch an die Entwickler der westlichen Messenger nicht vorbei. Die diesjährige F8-Konferenz zeigt deutlich, dass die Aufholjagd begonnen hat. Mit den Chat-Bots versucht Facebook nun erste Schritte, den Messenger im Sinne der Kommunikation zwischen Kunden sowie Unternehmen auszubauen. Wohin die Reise letztendlich gehen wird, bleibt allerdings spannend.

Quelle Header-Icons: Icons made by Freepik from www.flaticon.com is licensed by CC 3.0 BY und worldvectorlogo.com

Aktuelle Artikel