Text me if you can (Teil 2) – Erfolgreicher Einsatz von WhatsApp im Recruiting

Einsatz von WhatsApp im Recruiting

Im ersten Teil dieser Beitragsreihe haben wir Euch gezeigt, wie der Facebook Messenger zu Recruiting-Zwecken sinnvoll eingesetzt werden kann. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, wie der erfolgreiche Einsatz von WhatsApp im Recruiting funktioniert.

Der Messenger Dienst WhatsApp hat weltweit über 1 Milliarde Nutzer und funktioniert derzeit auf allen gängigen Smartphone Betriebssystemen, wobei der Support für Blackberry und Nokia sowie ältere Versionen von Windows Phone und Android zum Jahresende eingestellt wird.

Den Downloadzahlen zufolge ist WhatsApp die beliebteste App der Deutschen und die mit den meisten Usern sowohl auf Android Geräten als auch iPhones. Die etwa 35 Millionen aktiven Nutzer in Deutschland  versenden rund 700 Millionen Nachrichten pro Tag. Dabei verbringen Android-User durchschnittlich etwa 20 Minuten täglich in der App.

Tipp 1: Nur keine falsche Scheu – nutzt die Desktop App

Wenn Euch an der Nutzung von WhatsApp bisher abgeschreckt hat, dass die App ausschließlich mobil zu verwenden ist, dann haben wir gute Neuigkeiten für Euch: WhatsApp hat kürzlich auch eine kostenfreie Desktop App vorgestellt, die vor allem für Kommunikationszwecke von Unternehmen besonders praktisch ist. Hierüber können Nachrichten direkt am PC oder Mac gesendet und empfangen werden, was den Dauergebrauch beispielsweise für den Personalverantwortlichen noch komfortabler gestaltet. Euer Kommunikationspartner kann natürlich auch die vom Desktop gesendeten Nachrichten wie gewohnt in der mobilen App empfangen und Euch antworten.

Einsatz von WhatsApp im RecruitingÜber die Desktop-App könnt Ihr bequem per WhatsApp Nachrichten senden und empfangen. Quelle: Eigener Screenshot.

Tipp 2: Nutzt Gruppenchats

In Gruppenchats können derzeit bis zu 265 Personen teilnehmen – für die Anwendung zu Recruiting-Zwecken demnach beispielsweise 265 interessierte, potenzielle Bewerber.

Wie das in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigte im vergangenen Jahr Daimler als erstes deutsches Unternehmen. Eine Mitarbeiterin aus dem Trainee-Programm nahm hier per Smartphone mögliche zukünftige Trainees im Arbeitsalltag mit, sendete Updates und Fotobeiträge aus der Daimler Firmenzentrale, von Meetings sowie der Kantine und berichtete über ihre aktuellen Aufgaben. Wenn für Gruppenchat-Teilnehmer dabei Fragen aufkamen, konnten sie diese direkt in einem privaten Chat und quasi unter vier Augen stellen und erhielten prompt Antworten von der Mitarbeiterin oder einem weiteren Moderator.

Der Vorteil an solch einem Vorgehen ist natürlich, dass man einerseits durch die vorherige Ankündigung auf Facebook, Twitter und Co. zusätzliche Aufmerksamkeit für die ausgeschriebene Stelle erzeugt und gleichermaßen den potenziellen Bewerbern eine gute Hilfestellung gibt, zu entscheiden, ob die Position tatsächlich ihren Vorstellungen entspricht.

Einsatz von WhatsApp im Recruiting

Tipp 3: Habt Vertrauen – WhatsApp bietet eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung

Eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung bedeutet, dass die Nachrichten von niemandem außer dem Sender und Empfänger, auch nicht dem Nachrichtendienst selbst, verfolgt und gelesen werden können. Dies macht die Kommunikation über WhatsApp sehr sicher. Auch sensible Daten können hierüber ausgetauscht werden, wodurch sich WhatsApp als sichere Alternative zur Kommunikation via Email oder dem Bewerberformular anbietet.

Tipp 4: Nutzt den Versand von Dokumenten & Sprachnachrichten

Der Versand von Bildern, Videos, Dokumenten wie PDFs und DOCs sowie Sprachnachrichten über WhatsApp bietet unzählige Möglichkeiten. Denkbar wäre zum Beispiel eine ganze Bewerbung über WhatsApp zu empfangen, inklusive Sprachnachricht, in der sich der Bewerber kurz vorstellt, sowie allen notwendigen Dokumenten wie Lebenslauf und Zeugnissen. Rückfragen sind hier sofort und ohne zusätzlichen Aufwand möglich und können direkt schriftlich oder ebenfalls per Sprachnachricht beantwortet werden.

Dadurch könnt Ihr den Bewerber gleich etwas persönlicher sowie ungezwungener und gleichermaßen auch ortsunabhängig kennenlernen. Weiterhin ist es möglich, erste Fragen aus einem möglichen späteren Vorstellungsgespräch zu stellen und beantworten zu lassen, um dadurch eine noch bessere Auswahl der Kandidaten zu treffen, die Ihr später zu Euch einladet.

Tipp 5: Generiert Abonnenten

WhatsApp bietet eine Abo-Möglichkeit, mit der User regelmäßig Nachrichten von Euch empfangen können. Für Recruiting-Zwecke könntet Ihr beispielsweise regelmäßig Links zu Eurem Blog und den neuesten Stellenausschreibungen versenden. Dabei empfiehlt es sich, die entsprechende Handynummer beispielsweise auf Eurer Website oder auf Veranstaltungen an Schulen und Universitäten bekannt zu geben.

Fazit: Versetzt Euch in die Bewerber hinein und nutzt die Möglichkeiten, die Messenger Apps für das Recruiting bieten

Im Privatleben nutzt ein Großteil der Internet User bereits den Facebook Messenger und WhatsApp – warum also nicht zu Recruiting-Zwecken? Es muss nicht gleich die Einbindung eines Chat Bots sein, um Messenger Dienste effektiv nutzen zu können und einen Schritt auf die Bewerber in Sachen Nutzerfreundlichkeit zuzugehen.

Stellt Euch einfach die Frage, wie Ihr als potenzieller Bewerber gern mit einem Unternehmen in Kontakt treten und offene Fragen klären würdet. Dementsprechend fällt es Euch leichter, unkomplizierte Kommunikationskanäle bereit zu stellen und Klarheit über Ansprechpartner zu schaffen.

Wichtig bei all den genannten Anwendungsszenarien ist aber natürlich, dass Ihr über ausreichend gut geschultes Personal verfügt. Die beste Social Strategie bringt keinen Mehrwert, wenn Nutzer dennoch mehrere Tage oder sogar Wochen auf eine Antwort warten müssen. Die Antwort sollte weiterhin nicht nur möglichst zeitnah erfolgen, sondern auch die Anfrage des Users direkt beantworten und mehr enthalten, als nur einen Link zur Karriereseite oder zu den FAQs. Interessenten wählen schließlich diesen Kommunikationsweg, weil sie sich einen direkten Kontakt wünschen. HR und Social Media Team müssen hierfür eng zusammenarbeiten, um die Kommunikation mit dem Messenger wirklich sinnvoll zu gestalten.

Wenn Ihr noch Hilfe bei der Entwicklung einer Social Recruiting Strategie, die zu Eurem Unternehmen passt, benötigt oder Unterstützung bei der Umsetzung sucht, könnt Ihr uns selbstverständlich jederzeit kontaktieren.

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