Pokémon Go löste in den vergangenen Wochen einen selten dagewesenen Hype aus. „Nostalgie pur“ denken sich womöglich zahlreiche Millenials, während B2C Unternehmen die Augmented Reality App unlängst in Ihre Marketingstrategie integriert haben. Wer das Potenzial der App erkannt hat, der muss schnell handeln, um auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen, denn das virale Phänomen nutzen bereits mehr Menschen als Tinder, Twitter & Co. Unternehmen können so zum Beispiel nicht nur Pokémon, sondern mit ihnen auch potenzielle Kunden mit Hilfe von Pokestops und Lockmodulen in die Nähe oder sogar in ein lokales Geschäft locken. Rabattaktionen und gezielte Marketingaktionen verleiten dann schließlich zum Kauf oder steigern den Bekanntheitsgrad der eigenen Marke. Natürlich lässt sich die App auch in die Kommunikation über Social Media einbinden und mit eigenen Inhalten verknüpfen. Darüber hatten wir in diesem Artikel bereits berichtet.

Pokémon Go im B2B Marketing – Aufmerksamkeit wecken und relevante Zielgruppen binden

Auch für das B2B Marketing stellt sich die Frage, wie mit Hilfe der App engagierte und vor allem relevante Kunden möglichst nachhaltig und langfristig an das Unternehmen gebunden werden können. Das Konzept der Augmented Reality verändert zunächst grundsätzlich die Art und Weise, wie wir mit unserem Smartphone und unserer Umwelt (inter)agieren. Das Mainstream-Phänomen verdeutlicht, dass sich die Lücke zwischen der virtuellen und der realen Welt zunehmend schließt und genau das kann sich das Marketing zunutze machen. Das virtuelle Erleben verknüpft mit dem Ansatz der Gamification wird das Kundenerlebnis zukünftig mehr und mehr prägen. Inhalte und Produkte werden künftig nicht mehr nur analog oder digital kommuniziert – sie werden ganzheitlich erfahrbar, nutzerfreundlich und interaktiv. Unternehmen schöpfen daraus einen entscheidenden Mehrwert, weil sie schnellen Zugang zu relevanten Kundendaten bekommen, die Bedürfnisse ihrer Kunden verstehen und die Kundenbindung damit nachhaltig verbessern können.

(Quelle: Screenshot A. Eulenstein & Mockupphone)

Was kann das B2B Marketing von Apps wie Pokémon Go lernen?

Anders als im B2C Marketing, wo die App mitunter direkt und wirkungsvoll in die lokale Marketingstrategie eingebunden wird, kann das B2B Marketing vielmehr von den zentrale Mechanismen, Wirkungsweisen und den Handlungsmustern der Nutzer lernen und Augmented Reality für das Unternehmensmarketing nutzen.

Lektion 1: Unterhaltung generiert Aufmerksamkeit

Oder auch „Content is King“ – relevante, personalisierte und humoristische Inhalte erregen Aufmerksamkeit für das Unternehmen in der Zielgruppe und sorgen vor allem mit Bestandskunden für nachhaltige Beziehungen. Die richtigen Worte und Kunden gilt es dabei ebenso zu finden, wie die kleinen Monster im Spiel.

Lektion 2: Erwarteter Mehrwert legitimiert Abfrage von Kundendaten

In Erwartung einer profitablen Gegenleistung geben Nutzer/Kunden gern unternehmensrelevante Informationen (etwa beim Anlegen eines Benutzerkontos) von sich preis. Das heißt, dass große Datenmengen erfasst und nutzbar gemacht werden können, um die Bedürfnisse der Kunden zu identifizieren. Voraussetzung: Die Inhalte halten, was sie versprechen.

Lektion 3: Der Mensch ist ein soziales Wesen

Vor allem persönliche aber auch virtuelle Treffen von Bestands- und potenziellen Neukunden erhöhen die Chance eines bereitwilligen Informationsaustausches innerhalb der Zielgruppe. Ähnlich wie sich wildfremde Pokémon Go Nutzer wertvolle Tipps und die Sichtung von seltenen Pokémon austauschen, entstehen auch innerhalb des eigenen Netzwerkes wertvolle Synergien. Hat ein Kunde eine besonders gute Beziehung zum Unternehmen, wird er dies auch kommunizieren, wodurch er selbst zu einem effektiven Marketingtool wird.

Lektion 4: Nutze den Spieltrieb

Gamification erleichtert dem Kunden den Zugang zu neuen Technologien und Informationen, schafft einen Anreiz für Kommunikation und macht Inhalte für die Zielgruppe reizvoller. Zudem können Leistungen und besonderes Engagement über spieltypische Elemente einfacher honoriert und sichtbar gemacht werden. Das wiederum stärkt die Zufriedenheit und Loyalität des Kundenkreises.

Best Practice Beispiel: Gamification in der Duolingo Sprachapp (Quelle: Eigener Screenshot & Mockupphone)

Lektion 5: Liefere das, was du versprichst

Nichts ist schlimmer als lange Ladezeiten einer Landingpage, abstürzende Server, eine unübersichtliche Navigation auf der Webseite oder eine zu geringe Datenbandbreite – all das beeinträchtigt oder verhindert den Informationsfluss zum Kunden. Testversionen, welche zunächst nur einem kleinen Kundensegment zugänglich gemacht werden, bieten an dieser Stelle neben einem zuverlässigen Krisenmanagement nur eine Alternative, diesem Problem frühzeitig zu begegnen.

Lektion 6: Nutze die Sehnsüchte deiner Kunden

Nintendo profitiert mit Pokémon Go vom menschlichen Hang zur Nostalgie. Indem der Fokus ganz klar auf der ersten Spielgeneration liegt, trifft das Spiel vor allem den Nerv der Millenials, da diese mit der Fernsehserie und dem Spiel aufgewachsen sind. Spricht man die Sehnsüchte der Kunden also mit Hilfe von #ThrowbackThursday Posts, mit Retroinhalten oder mit der Erwähnung eines erfolgreichen Geschäftsessens an, dann identifizieren Sie sich eher mit der Unternehmensmarke.

Fazit

Wer Augmented Reality Anwendungen im B2B Marketing etablieren möchte, der muss dafür Sorge tragen, dass Kundenerlebnisse sowohl on- als auch offline zu einem einzigartigen Erlebnis werden. Neue Wege zu entdecken und zu beschreiten gehört damit zu den größten zukünftigen Herausforderungen im B2B Marketing, welches auf eine personalisierte, ganzheitlich erfahrbare Interaktion mit dem Kunden setzt. Wer sich also die Frage stellt, ob eine Strategie à la Pokémon Go für das eigene Unternehmen nutzenstiftend ist und welche Art von Erlebnissen angeboten werden soll, der muss zunächst verstehen, wer seine Zielgruppe ist und was diese bewegt.

Kunden fängt schließlich nur der, der mit relevanten, interaktiven und abrufbaren Inhalten lockt – Gotta Catch ’Em All!

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