Die Konkurrenzanalyse auf Facebook: 6 Kriterien und Schlussfolgerung – Teil 2

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In unserem ersten Teil haben wir den Nutzen einer Konkurrenzanalyse auf Facebook beleuchtet sowie Euch Tipps an die Hand gegeben, wie Ihr Eure Mitstreiter schnell finden könnt. Im zweiten Teil werden wir nun auf die einzelnen Aspekte der Analyse eingehen sowie daraus Schlussfolgerungen ableiten, die Ihr für Eure eigene Social Media Strategie verwenden könnt.

Die 6 wichtigsten Kriterien der Konkurrenzanalyse

Nachdem Ihr nun Eure Mitbewerber identifiziert habt, solltet Ihr in einem nächsten Schritt die einzelnen Facebook-Profile Eurer möglichen Mitbewerber einschätzen. Um dabei den Überblick nicht zu verlieren, lohnt es sich, die gewonnenen Ergebnisse schriftlich in einer elektronischen Tabelle festzuhalten.  Im Folgenden werden wir Euch die sechs wichtigsten Kriterien vorstellen, die Ihr für eine umfassende Analyse betrachten solltet.

1. Aktive Nutzung der Seite

Mit dem bloßen Anlegen eines Kanals ist es nicht getan. Als erstes solltet Ihr daher überprüfen, ob der Account Eures Mitbewerbers aktiv genutzt wird. Dies erkennt Ihr am einfachsten daran, ob regelmäßig Postings erstellt werden und auf Kommentare geantwortet wird. Ist beides der Fall, so empfehlen wir Euch, die Seite genauer anzuschauen. Andernfalls könnt Ihr diesen Kanal für die weitere Analyse ignorieren.

2. Stellenwert der Seite für das Unternehmen

Die einzelnen Unternehmen weisen ihrem Facebook-Kanal unterschiedliche Gewichtungen in ihrer Marketingstrategie zu. So besitzt das Profil für eine Firma einen sehr hohen Stellenwert und für eine andere ist es lediglich ein unvermeidliches Beiwerk, was von ihren Kunden erwartet wird. Die Bedeutung lässt sich oftmals bereits an der Gestaltung der Page erkennen. Facebook bietet verschiedene Möglichkeiten an, um einen Firmen-Account optisch und inhaltlich zu individualisieren. So kann das Unternehmen ein eigenes Titelbild sowie Profilbild anlegen, Infotexte zu seiner Dienstleistung und seinen Produkten hinzufügen sowie Meilensteine einrichten, die die Höhepunkte der Firmengeschichte auf einen Blick präsentieren. Die Qualität der Bilder und Texte präsentiert Euch nützliche Anhaltspunkte, ob ein professionelles Social Media Team die Seite betreut und welche Funktion diese im Unternehmensmarketing spielt.

Der interne Stellenwert der Page zeigt sich darüber hinaus an der Verwendung des Corporate Designs der Firma. Ist das Profil diesem angepasst, so lässt sich ableiten, dass eine einheitliche Außendarstellung sowie Wahrnehmung für das Unternehmen von großer Bedeutung ist.

3. Reichweite der Seite

Um die grundsätzliche Reichweite einer Facebook-Seite einzuschätzen, lohnt sich ein Blick auf die Fanentwicklung. Zunächst ist dabei vor allem die konkrete „Gefällt-mir“-Anzahl relevant. Bei der Analyse empfehlen wir Euch, diese in Relation zu anderen Wettbewerbern und Eurer eigenen Page zu setzen, um zu erkennen, ob die Zahl in der Branche realistisch sein kann.  Die Fananzahl allein hat jedoch keine große Aussagekraft. Interessant ist hier vor allem das Wachstum – negativ wie positiv.  Mit der Funktion „Seiten im Auge behalten“ bietet Facebook in diesem Zusammenhang ein spannendes Feature an. Mithilfe dieses Tool könnt Ihr die Pages Eurer wichtigsten Konkurrenten auflisten und deren wöchentliches Fanwachstum sowie die allgemeine Interaktion auf der Seite überblicksartig beobachten.

4. Inhalte der Seite und deren Resonanz

Die Inhalte auf der Facebook-Seite geben Euch wertvolle Informationen darüber, wie Eure Mitstreiter mit ihren Kunden kommunizieren. Wir empfehlen Euch zur Analyse, Euch einen Überblick über die geposteten Content-Typen (Status-Update, Bildbeitrag, Umfrage, Video etc.) sowie Themen zu verschaffen und deren Resonanz zu untersuchen. Die Resonanz lässt sich anhand der Interaktionen (Gefällt mir, Teilen und Kommentare) ablesen. Interessant sind hierbei vor allem die Themen und Content-Typen, die die höchsten und niedrigsten Werte hervorrufen. Um diese zu ermitteln, haben wir einen wertvollen Tipp für Euch: Listet alle Beiträge der letzten drei Monate auf und vergebt für jeden Share 3 Punkte, für jeden Kommentar 2 und für jeden Like 1 Punkt. Dies ist zwar aufwändig, doch könnt Ihr durch die Vorgehensweise eine soziale Interaktionsrate berechnen, mithilfe der Ihr schnell die erfolgreichsten sowie schwächsten Updates identifiziert.

5. Identifizierung der Zielgruppe der Seite

Die Facebook-Seiten Eurer Mitstreiter geben Euch wertvolle Hinweise zu Eurer eigenen Zielgruppe. Denn generell sind die Fans Eurer Konkurrenz das Abbild Eurer Kundenstruktur. Anhand der Interaktionen, Besucherbeiträge sowie Seitenbewertungen könnt Ihr erkennen, wie die Zielgruppe im Allgemeinen tickt. So könnt Ihr aufschlussreiche Informationen über die soziodemografische Struktur, die geografische Verteilung, deren Vorlieben sowie deren Tonalität sammeln. Besonders spannend ist zudem die Identifikation der wichtigsten Fans, da diese als Multiplikatoren für Eure eigene Seite dienen können.

6. Umgang mit Krisensituationen

Krisen oder gar Shitstorms bleiben trotz der besten Marketingstrategie nicht immer aus. In diesem Fall kommt es auf die richtige Umgangsweise mit den Fans an. Legt daher bei Eurer Analyse ein besonderes Augenmerk auf die Kritik und Probleme, mit denen bereits Eure Mitstreiter auf ihrer Facebook-Seite konfrontiert waren. Hier gewinnt Ihr wertvolle Ansatzpunkte, wie Ihr im Falle eines Shitstorms mit diesem umgehen könnt und welche Themen Ihr besser vermeiden solltet. Gibt es ein Problem, an dem Eure Konkurrenz gescheitert ist, ist auch dieses für die Analyse spannend. Daraus lassen sich nützliche Erkenntnisse ableiten, um in der gleichen Situation besser reagieren zu können.

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Quelle: eigener Screenshot

Fazit: Schlussfolgerungen und Herausforderungen

Nachdem Ihr alle wesentlichen Aspekte analysiert habt, stellt sich nun die Frage, wie Ihr mit diesen Informationen umgehen solltet. Natürlich ist es nicht sinnvoll, die positiven Erkenntnisse 1 zu 1 umzusetzen oder gar Beiträge zu kopieren. Stattdessen empfehlen wir, die gewonnenen Ideen mit Euren eigenen Erfahrungen neu zu kombinieren. Mithilfe von Tests könnt Ihr überprüfen, ob die neuen Ansätze auch für Eure Zielgruppe angewendet werden können. Im besten Fall könnt Ihr damit eine höhere Interaktion Eurer Beiträge erreichen und Fans dazu gewinnen, die zu tatsächlichen Kunden werden.

Damit Eure Analyse erfolgreich ist, solltet Ihr Euch allerdings zweier Dinge bewusst sein. Zum einen bedarf eine solche Analyse natürlich einen hohen zeitlichen Aufwand. Wenn Ihr aber die gewonnenen Ergebnisse genau betrachtet, so zeigt sich deutlich, dass sich dieser lohnt. Zum zweiten genügt es nicht, eine einzige Analyse zu erstellen. Die Sozialen Medien sind sehr schnelllebig und Euer Markt ist stetigen Veränderungen ausgesetzt. Wir empfehlen Euch daher, für die Konkurrenzanalyse einen kontinuierlichen Prozess in Eurem Unternehmen zu etablieren und Eure Wettbewerbssituation regelmäßig zu überwachen. Denn eines könnt Ihr Euch gewiss sein, die Konkurrenz schläft nicht!

Habt Ihr Fragen zur Konkurrenzanalyse auf Facebook oder möchtet gern selbst eine für Euer Unternehmen durchführen? Dann scheut Euch nicht, uns zu kontaktieren. Wir stehen Euch gern mit Rat und Tat zur Seite.

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