Facebook räumt im Frühjahr ordentlich auf und wartet mit Reactions und 360 Grad Live Videos auf. Auch Twitter versucht sich an einer eignen Live API, um das Nutzererleben im Netzwerk zu steigern. Was die Social Media Welt in den vergangenen Wochen noch beschäftigte, das lest Ihr kurz und knapp in unseren Social News im Monat März.

Facebook

Reactions beeinflussen den Newsfeed

Seit dem globalen Roll-Out im Februar 2016 wurden die Facebook Reactions bereits 300 Mrd. Mal verwendet. Mit dem neuen Update werden diese beim Ranking von Beiträgen im Newsfeed nun auch stärker gewichtet als Likes. Der Grund: die Reactions sind ein besserer Indikator für Emotionen und dafür, ob Follower an einem Beitrag interessiert sind. Alle Reactions werden laut Facebook gleich gewichtet. Die Erstellung von emotionalen Inhalten (Stichwort Storytelling) ist also nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Content Produktion.

Erweiterung der Chatbot Funktionsumfangs für Unternehmen

Nachdem Messenger Bots einen großen Teil der Nutzerfragen nicht beantworten konnten, weil entsprechende Parameter noch nicht weit genug ausdifferenziert und entwickelt wurden, hat sich diesen Monat mit dem Update einiges getan. Mit den sogenannten „Quick Replies“ kann der Bot dem Nutzer vorgefertigte Informationen ausgeben, welche direkt im Chat erscheinen und gesendet werden können. Unternehmen haben jetzt aber auch die Möglichkeit bis zu fünf Befehle zu hinterlegen, die vom Nutzer abgerufen werden können. Die Antwortmöglichkeiten der Bots wurden auf automatisierte GIFs und Videos ausgeweitet, was die Aufmerksamkeit des Nutzers natürlich erheblich steigern kann, da diese Erweiterung eine gute Ergänzung zum ebenfalls optisch angepassten Template ist. Sollten User dennoch unzufrieden mit dem Bot sein, dann können sie dem Unternehmen jetzt direkt Feedback geben bzw. den Bot bewerten. Um die Kommunikation zu verbessern, kann der Account des eigenen Systems nun auch mit dem Messenger verknüpft werden. Hinzu kommt außerdem, dass die geographische Zielgruppe definiert werden kann und der Bot folglich nur in bestimmten Ländern aktiv wird.


Quelle: messengerblog.com

Like oder Dislike? Dislike-Button und Reactions im Messenger

Mark Zuckerberg wehrte sich lange dagegen, einen Dislike Button auf Facebook einzuführen. Nun hat er den bestehenden Forderungen vieler Nutzer stattgegeben und lenkte ein, den „Daumen nach unten“ zumindest für den Facebook Messenger freizuschalten. Das Feature befindet sich gerade in der Testphase und wird auch von vielen Unternehmen nach wie vor mit gemischten Gefühlen betrachtet. Dem gegenüber wurden in den vergangenen Wochen Reactions für Ono-to-one – oder Gruppen Chats im Messenger global ausgerollt.

Copy & Paste: Facebook launcht Messenger Day und Facebook Stories

Mit Messenger Day bekommt der Kurznachrichtendienst von Facebook nun eine eigene Funktion, über die Bilder und Videos für 24 Stunden mit Freunden geteilt werden können. Selbiges gilt für die Story-Funktion, welche beinahe im gleichen Atemzug für jedermann zugänglich gemacht wurde. Abgerundet wird das Ganze mit neuen Kamerafiltern bzw. Rahmen. Die Gestaltungsmöglichkeiten gleichen denen von Snapchat beinahe eins zu eins, wodurch auf die Urmutter aller Stories und zeitlich begrenzten Inhalten erheblich und vor allem kontinuierlich Druck aufgebaut wird. Wie und ob die Features von den Nutzern angenommen und auch für Unternehmen nutzbar gemacht werden, bleibt abzuwarten.


Quelle: facebook.com

 

Neue Möglichkeit der Monetarisierung in den Instant Articles

Seit Einführung der Instant Articles im vergangenen Jahr wurden kontinuierlich Updates hinsichtlich der Monetarisierungsmöglichkeiten durchgeführt. Jüngst wurden nun auch die Automatic Ads Placements verbessert. Publisher können Anzeigen nun häufiger frequentiert entweder aller 250, 300 oder 500 Wörter schalten. Zukünftig sollen weiterhin Werbemodelle erarbeitet werden, welche die Bedürfnisse der Zielgruppen und der Werbetreibenden besser bedienen.

Plant Facebook eine Änderung der Seitenverifizierung?

Zwar handelt es sich hier aktuell eher um ein Gerücht, dennoch gibt es Grund zur Annahme, dass Facebook die aktuelle 3- Stufen Verifizierung (Seiten ohne Verifizierung, Places mit grauer Verifizierung und Pages und Profile mit blauer Verifizierung) für Seiten ändern wird. Es wird davon ausgegangen, dass nur noch Promis und VIPs den blauen Haken bekommen, dass Marken auf den grauen Haken zurückgestuft werden und dass die graue Verifizierung im Gegenzug dazu demnächst auch die Verwendung von Branded Content erlaubt. Zudem wird die graue Verifizierung neben lokalen Unternehmen auch für andere Seiten erhältlich sein. Zwar müssten sich dann viele Unternehmen vom blauen Haken verabschieden, könnten dann aber andere Vorteile nutzen. Wie genau Facebook bei der Umsetzung vorgeht, bleibt abzuwarten.

Facebook-Verifizierung
Quelle:eigener Screenshot

Facebook öffnet Audience Network für mobile Publisher

Mit Header Bidding, dem Handel mit digitalen Werbeflächen, sollen Publisher ihre Werbeplätze auf Facebook nun besser nutzen und ihre Werbeumsätze steigern können. Alle Bieter werden während der Werbeauktion gleich behandelt, indem jeder zur gleichen Zeit mit den gleichen Informationen versorgt wird. Publisher können zudem alle Angebote einsehen und das am besten geeignete auswählen. Das neue Feature steht jedoch nur Publishern zur Verfügung, die mit einem der sechs „auserwählten“ Partner für Header Bidding zusammenarbeiten: Amazon Publisher Services, AppNexus, Index Exchange, Media.net, Sonobi und Sortable.

Neues Werbeformat: Facebook Collection

Facebook etablierte mit dem Werbeformat Collection ein entscheidendes Feature für Werbetreibende Händler. Diese können ihre Produkte nun noch ansprechender direkt im mobilen Newsfeed präsentieren. Neben einem Titelbild- oder –video können hier bis zu 50 Produkte eingebunden werden. Das neue Format können Werbetreibende unter den Zielen „Traffic“ oder „Convertion“ auswählen.

allfacebook.de

Überraschung! Mit Facebook Collection habt ihr jetzt die Möglichkeit eure Produkte im Newsfeed noch ansprechender zu präsentieren! http://allfacebook.de/toll/facebook-collection

Quelle: allfacebook.com

Facebook Live jetzt auch vom Desktop- PC

Die Live-Video-Funktion wurde nun auch auf stationäre Computer und Laptops ausgeweitet und spielt damit zahlreichen Unternehmen in die Hände. Die Funktion kann nun konventionell über einen Button im Publisher gestartet werden. Wie in der mobilen Version können auch hier Privatsphäre Einstellungen vorgenommen werden. Selbstverständlich werden auch Kommentare wie gewohnt neben dem Video angezeigt. Nach dem Beenden der Aufnahme wird das Video automatisch in Eurer Timeline gepostet.

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Quelle: eigener Screenshot

Facebook 360 Grad Live für alle!

Nach dem Launch von Facebook 360 Grad Live Videos im Dezember vergangenen Jahres stehen diese nun allen Seiten global zur Verfügung. Somit können die Vorteile von 360 Grad Videos mit einer spannenden Live-Erfahrung verknüpft werden. Wer seinen Followern diese bieten möchte, der braucht zunächst eine der von Facebook unterstützten 360 Grad Kameras: Samsung Gear 360, Giroptic.io, Insta 360 Nano, Insta 360 Air, ALLie, Z Cam S1 oder die Nokia Ozo. Aufgrund der aktuellen Auflösungsbeschränkung müsst Ihr jedoch beachten, dass Objekte, welche sich mehr als ein paar Meter von der Kamera weg befinden, unscharf und damit schwer zu erkennen sind.


Quelle: t3n.de

Alternativer Newsfeed im Test

Zwar verfügen aktuell nur wenige User über den „Rocket-Tab“, dennoch wollen wir Euch die mögliche Neuerung nicht vorenthalten. Mit Klick auf das Symbol gelangt der User in einen „alternativen Newsfeed“. Die Funktion ist wohl am ehesten mit dem Twitter Feature “Explore“ zu vergleichen, nur dass sich Facebook noch näher am Nutzer orientiert. Diesem werden hier Inhalte präsentiert, welche von Facebook – basierend auf dem Verhalten des Users als relevant bzw. interessant eingeschätzt werden – ohne dass dieser vorher direkt mit den Seiten interagiert hat oder diesen folgt. Die in Echtzeit ausgespielten Inhalte im alternativen Feed sollen dem User fernab des Algorithmus dominierten Newsfeed neue spannende Inhalte präsentieren. Wie wird sich das wohl auf das Nutzerverhalten auswirken?

Instagram

Anzeigen zwischen den Stories schalten

Von den rund 150 Millionen täglichen Usern der Instagram Stories, schauen sich etwa 33 Prozent auch Markeninhalte an. Natürlich soll nun auch dieser Bereich durch das Schalten von Anzeigen monetarisiert werden. Unternehmen haben damit die Möglichkeit, Videos, Bilder oder GIFs zu erstellen und diese zu präsentieren. Zusätzlich erhalten die Insights einen erweiterten Funktionsumfang, welcher direkt über die App eingesehen werden kann.

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Quelle: onlinemarketing.de

Geosticker für Stories

Auch diese Erweiterung kommt uns bekannt vor. Zu den standardisierten Ortsangaben in den Stories gesellen sich nun Geosticker, welche hier platziert werden können. Je nach aktuellem Aufenthaltsort bekommen die Nutzer verschiedene Sticker angezeigt, von denen sie sogar mehrere in die Story einfügen und in der Größe anpassen können. Reichweiten können jedoch nicht über die Geosticker erhöht werden, da Instagram die Stories, in welchen die Sticker verwendet werden, nicht mit der Location verknüpft werden. Ähnlich zu Snapchat und dessen On-Demand Geofiltern, ist jedoch auch hier an potenzielle Werbemöglichkeiten zu denken.

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Quelle: futurebiz.de

Speichern von Instagram Live Videos

Mit dem Update merzt Instagram einen entscheidenen Nachteil seiner Live Story Funktion aus. Die Videos können jetzt direkt nach dem Stream verworfen oder aber auf dem Smartphone gespeichert werden. Einzelne Ausschnitte oder das ganze Video können anschließend auf Instagram selbst oder auf anderen Plattformen geteilt werden.

Coming Soon?! Neue Funktion für Business Profile

Instagram wurde und wird für Unternehmen ein zunehmend wichtiger Kommunikationskanal. Mit dem nun sehnlich erwarteten Feature bietet die Plattform bald weitere Vorteile. Um die Verbindung zwischen Unternehmen und (potenziellen) Kunden zu verbessern, soll es noch in diesem Jahr die Möglichkeit geben, Services und Angebote direkt über die App zu buchen. Über den genauen Roll-Out Termin hält sich das Unternehmen jedoch noch bedeckt.

Update: Shoppable Photos

Seit einigen Monaten befindet sich die Shoppable Photo-Funktion mit wenigen großen Unternehmen im Test. Diese werden nun weiter ausgebaut, um schließlich die Lücke zwischen „Produkt auf Instagram sehen“ und „Produkt kaufen“ zu schließen. Von einer Detailansicht des Produkts sollen die Nutzer direkt in den Online-Shop des Unternehmens geleitet werden. Allfacebook geht davon aus, dass die Funktion noch in diesem Jahr verfügbar sein wird.


Quelle: Intsagram

Pinterest

Visuelle Suche jetzt auf allen Webseiten verfügbar

Die visuelle Suche von Pinterest ist nun für die Browser Extension geöffnet. Was bedeutet das? Neben der Möglichkeit der Speicherung von Webseiteninhalten auf Pinterest, werden nun auch verwandte Pins im Browser angezeigt. Das bedeutet, dass die Suche des Bildernetzwerkes automatisch auf allen Seiten, wie etwa Webshops, Magazinen, Blogs und sogar Twitter aktiv wird und verwandte bzw. ähnliche Produkte identifiziert. Mit dem Update steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer schneller relevante Inhalte finden und diese verbreiten. Aktuell nur für Google Chrome verfügbar, sollen weitere Browser folgen.

Snapchat

Widgets für direkte Chats

Mit dem neuen Update will Snapchat seine Messenger Aktivitäten ausbauen. Aktuell wird die Chatfunktion mit Hilfe von Bitmoji-Widgets getestet. Über Snapchats “Best Friends” erscheinen Avatare der Freunde auf dem Homescreen. Durch Auswahl des Widgets kann der Chat gestartet werden. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier eine neue Form der Kommunikation zwischen Unternehmen und Nutzern etablieren lässt.

Twitter

Droht das Aus für Periscope? Live-API für Twitter

Twitter legt sein Augenmerk verstärkt auf Video und will laut Techcrunch eine spezielle Live-Video-API freigeben. Neben der Video-App Periscope will sich Twitter mit einer eigenen Live API auf Augenhöhe mit Facebook begeben. Mit der Schnittstelle soll eine Verbindung zwischen dem Kurznachrichtendienst sowie professionellen Kameras und Bildbearbeitungsprogrammen geschaffen werden. Der Funktionsumfang für die Live-Video-Inhalte soll also weit über die von Periscope hinausgehen, was die Zukunft der App damit in Frage stellt. Offiziell bestätigt wurde die Freischaltung der Live-API allerdings noch nicht.

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Quelle: techcrunch.com

Umfrage: Abo Modell für professionelle User

Twitter denkt über ein kostenpflichtiges Abo Modell nach und erhebt derzeit in einer Umfrage mit ausgewählten Nutzern mögliche Parameter. Die Premium User sollen dann unter anderem in der Twitter-App Tweetdeck zusätzliche Benachrichtigungen zu aktuellen News und mehr Werkzeuge bei der Erstellung von Tweets bereitgestellt bekommen. Einen konkreten Fahr- und Zeitplan für das Abo gibt es offiziell noch nicht, bekannt ist jedoch, dass es weiterhin eine kostenlose Version von Tweetdeck geben wird.

Pre-Roll Ads im Periscope Live Stream

Twitter baut seine Möglichkeiten der Monetarisierung aus, um sinkende Werbeeinnahmen zu kompensieren. Vor dem Start eines Periscope Live Videos sollen künftig Pre-Roll Ads auf Twitter zu sehen sein. Marken sollen dabei die Kontrolle darüber behalten, wo die Werbeanzeigen laufen und werden nur an seriöse Video Publisher vermittelt.

Endlich mehr Platz für Antwort-Tweets

Künftig stehen für Antworten auf Tweets die vollen 140 Zeichen zur Verfügung. Mit dem neuen Update erscheinen die @Nutzernamen künftig über dem Tweet und haben dadurch keinen Einfluss mehr auf die verfügbare Zeichenzahl. Zudem sollen Nutzer einzelnen Konversationen besser folgen können, indem sie direkt sehen, wer am Gespräch beteiligt ist. Neben iOS und Android wird das Update auch für die Desktopversion durchgeführt.

WhatsApp

WhatsApp – testet bezahlbare Chat Funktion für Unternehmen

WhatsApp testet aktuell ein System, mit welchem Unternehmen direkt mit den Nutzern kommunizieren können. Damit der Dienst auch von den Nutzern akzeptiert wird, werden diese direkt von WhatsApp befragt, wie oft sie beispielsweise mit Firmen auf WhatsApp kommunizieren wollen und ob sie bereits Spam-Nachrichten erhalten haben. Denn diese gilt es unbedingt zu vermeiden, da man die Nutzer nicht verärgern will. Mit dem Modell könnte der Facebook Tochter endlich der Schritt zur Monetarisierung gelingen.

LinkedIn

Plattform rüstet mit „Trending Storylines“ auf

Um die Verweildauer der Nutzer in dem Netzwerk zu erhöhen, will LinkedIn einen zweiten Nachrichtenbereich aufbauen. Die sogenannten „Trending Storylines“ enthalten dann Beiträge zu spannenden Themen, welche sich am Berufsfeld des Nutzers orientieren. Eine Redaktion und der Algorithmus hinter dem Feed sollen hier künftig Hand in Hand an der Auswahl von Meinungen, Artikeln und Beiträgen arbeiten. In den USA wird die Funktion bereits getestet.


Quelle: LinkedIn

Twitter und LinkedIn rüsten auf, um die User Experience zu verbessern, Snapchat guckt dieses Mal bei Facebook ab und ChatBots beschäftigen nach wie vor die Branche. Wenn die “großen Player” weiterhin so umtriebig und die laufenden Testphasen durchlaufen sind, dann können wir in den kommenden Monaten noch viel erwarten.