Auch wenn es die Tourismusbranche aktuell schwer hat, sollten sich Urlaubsanbieter auf keinen Fall verstecken, sondern verstärkt auf Online Marketing und digitale Kommunikation mit ihren potenziellen Gästen setzen. Warum Social Media im Tourismusmarketing wichtig sind, was Ihr beachten müsst und was TikTok damit zutun hat, erfahrt Ihr, wenn Ihr weiterlest.

Warum brauchen Unternehmen Social Media im Tourismusmarketing?

Urlaubsreisen in bestimmte Gebiete sind inzwischen wieder möglich. Doch auch während des Lockdowns haben viele Menschen soziale Netzwerke genutzt, um vom nächsten Urlaub zu träumen oder diesen sogar schon zu planen. Einer Studie zufolge informieren sich zwei Drittel der Menschen online über Urlaubsreisen und ca. 65% buchen mindestens eine Leistung ihres Trips digital. Besonders jüngere Urlauber setzen verstärkt auf Social Media. 54% der Generation Z nutzen Facebook, Instagram und Co. als Inspirationsquelle.

Einmal im Urlaub angekommen, wollen natürlich auch besonders schöne Fotos in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Fast ein Drittel der Deutschen hat bei der Urlaubsbuchung schon einmal einbezogen, ob der Urlaubsort passende Kulissen für Instagram und Co. zu bieten hat. Der Gast ist inzwischen nicht nur Gast, sondern auch Multiplikator, indem er Erfahrungen mit der Region, dem Hotel oder den Freizeitaktivitäten öffentlich teilt.

Social Media in den verschiedenen Phasen der Customer Journey

Das Anwerben potenzieller Gäste über Social Media ist ein wichtiger Teil des Tourismusmarketings über soziale Netzwerke, jedoch nicht der einzige. Auch während und nach der Reise spielen Social-Media-Kanäle eine wichtige Rolle. Daher ist der gezielte Einsatz von Social Media in den verschiedenen Phasen der Customer Journey nützlich.

Vor der Buchung

Zunächst sind Eure Social-Media-Kanäle entscheidend, um Touristen überhaupt auf Euer Angebot aufmerksam zu machen. In einem zweiten Schritt geht es darum, ihnen klarzumachen, warum Euer Hotel, Eure Destination oder Attraktion am besten ist. Auch bei der Buchung selbst können soziale Netzwerke helfen, beispielsweise wenn Ihr einen Swipe Up-Link auf Eure Website in den Stories verwendet. Häufig ist nach wie vor die Website der Informations- und Kommunikationskanal Nummer eins ist, weshalb einige Unternehmen dort auf eine Social-Media-Wall setzen. So könnt Ihr beispielsweise Euren Instagram Feed in Eure Website integrieren und noch mehr Menschen mit Euren Posts erreichen.

Während des Aufenthalts

Die Nutzer haben auf Euer Angebot reagiert und es gebucht? Super! Jetzt könnt Ihr Eure sozialen Netzwerke nutzen, um einen unkomplizierten Kundenservice während der Reise zu bieten. Ihr könnt außerdem Momente schaffen, die es wert sind, in sozialen Netzwerken gepostet zu werden, um User-generated Content zu generieren. Besonders in der Tourismusbranche ist es vergleichsweise einfach, Social-Media-Nutzer in die eigene Content-Planung mit einzubeziehen. Posten Eure Gäste gern und oft schöne Fotos von Eurer Urlaubsdestination? Macht Euch das zunutze und repostet diese Inhalte auf Euren eigenen Social-Media-Kanälen und nutzt hierfür gern auch einen eigenen Branded-Hashtag.

Nach dem Aufenthalt

Besonders in sozialen Netzwerken vertrauen die Menschen auf die Empfehlungen von Freunden, Familien und anderen Nutzern. Regt Eure Gäste dazu an, (positives) Feedback zu geben und bietet ihnen die Möglichkeit, dies an gut sichtbaren Stellen zu tun. Reagiert auf Feedback und Kommentare und bedankt Euch für jeden wohlwollenden Post. Seid Ihr einmal in den Köpfen der Nutzer vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie Euer Angebot erneut wahrnehmen.

TikTok im Tourismus?

Die chinesische Kurzvideo-App TikTok ist sehr erfolgreich und dürfte den meisten Social-Media-Nutzern inzwischen bekannt sein. Dennoch sind bisher kaum Unternehmen vertreten, besonders in der Tourismusbranche wagen sich nur einige wenige Anbieter auf die Plattform. Doch speziell Urlaubs- und Reiseanbieter können auf einer Videoplattform mit Bewegtbildern emotional und einladend werben. Die Aktivität auf TikTok kann ein junges, dynamisches Image sowie das Interesse der jungen Zielgruppe fördern und so die Bekanntheit steigern. Die App ist leicht bedienbar und setzt keine Vorkenntnisse bei Filmaufnahmen und in der Nachbearbeitung voraus. Ihr habt verschiedene Möglichkeiten für Euer Tourismusmarketing, beispielsweise eine Kooperation mit Influencern oder das Schalten bezahlter Werbeanzeigen, beispielsweise über Hashtag-Challenges oder Brand-Takeover. Die Besonderheit bei TikTok: Eure Videos können sehr experimentell, kreativ und ohne strikte Vorgaben erstellt werden. Das überwiegend junge Publikum ist außerdem sehr teilfreudig und positiv bewertend.

Best Practice: Tourismusmarketing mit TikTok

Schweiz Tourismus macht es vor. Anfang des Jahres suchte das Unternehmen TikToker, die als Influencer für sie arbeiten und TikTok Videos für den Kanal erstellen. Über die Influencer will das Unternehmen authentische und frische Geschichten erzählen, die auch gerne etwas außergewöhnlicher sein dürfen. Das macht auch Sinn, denn die Plattform lebt von Storytelling und emotionalen Inhalten – für Tourismusanbieter optimal.
TikTok-Tourismusmarketing-Best-Practice
Quelle: eigener Screenshot

Dass Reiseinhalte immer beliebter werden, zeigt auch der Hashtag #travel, der mittlerweile über sieben Milliarden Aufrufe zählt. Schweiz Tourismus will mit dem TikTok Kanal eine Vorreiterrolle in der Branche einnehmen – und das scheint zu funktionieren. Derzeit hat der Kanal des Unternehmens bereits knapp 36 Tausend Abonnenten.

Nicht nur sind Social-Media-Kanäle aus dem Tourismusmarketing nicht mehr wegzudenken, es lohnt sich für Unternehmen in dieser Branche auch, in neue Netzwerke wie TikTok zu investieren und so neue Formen des Marketings zu nutzen, um schlussendlich neue Zielgruppen zu erschließen.