Crossmedialer Redaktionsplan Teil 2: Vorteile einer Cross Channel Strategie im Social Media

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Im ersten Teil dieser Reihe haben wir Euch Tipps für einen gelungenen Content Mix gegeben und Euch gezeigt, wie Ihr die verschiedenen Beitragsarten in Eurem Social Media Marketing einsetzen könnt. Den Vorteilen, Eure Inhalte kanalübergreifend zu streuen und dabei sinnvolle Verknüpfungen zu schaffen, werden wir uns im heutigen Teil widmen.

Die Wahl der passenden Social Media Kanäle

In den letzten Jahren haben sich eine Vielzahl an Sozialen Netzwerken etablieren können, die ein hohes Marketingpotenzial für Unternehmen bieten. Dennoch ist es wenig zielführend, auf jeder Plattform einen Account zu haben, sich allerdings nur auf einen Kanal zu versteifen, ist ebenso kurzsichtig. Denn bestehende und potenzielle Kunden bewegen sich flexibel und nicht eingeengt in einem Sozialen Netzwerk – und das in jeder Branche. So hat eine Studie des Pew Research Center 2015 gezeigt, dass mehr als 50% der erwachsenen US-Bürger in mindestens zwei Social Media Kanälen aktiv sind. Bei den Unternehmen aus dem Bereich E-Commerce liegt dieser Anteil sogar bei 91% (Quelle: adweek.com) Für eine erfolgreiche Marketingstrategie ist es daher wichtig, die Kanäle aufzuspüren, auf denen sich Eure Zielgruppe wirklich aufhält.

Die meisten Unternehmen erhoffen sich von ihrer Social Media Strategie, die Bekanntheit für die Firma und die Produkte bzw. Dienstleistungen zu steigern. Dafür ist eine hohe Reichweite erforderlich. Diese könnt Ihr mit einem Facebook Auftritt erreichen. Allein in Deutschland zählt die Plattform knapp 26 Millionen aktive Nutzer über alle Zielgruppen hinweg (Quelle: statista.de). Google+ und Twitter dienen überwiegend der Verbreitung von redaktionellem Content und sind daher besonders für Unternehmen interessant, die regelmäßig Artikel auf ihrem firmeninternen Blog veröffentlichen. Pinterest ist stark visuell geprägt. Da sich aber nicht jedes Produkt oder jede Dienstleistung gut visualisieren lässt, fallen hier viele Unternehmensbereiche weg. Besonders beliebt sind Themen aus den Gebieten Beauty, Lifestyle und Reisen, weil sich diese leicht bildlich darstellen lassen. Für Firmen, die mindestens eines dieser Themenschwerpunkte bedienen, ist eine Präsenz durchaus lukrativ. Das Gleiche gilt für das Bilder-Netzwerk Instagram, das sich mit insgesamt über 9 Millionen Nutzer allein in Deutschland steigender Beliebtheit erfreut (Quelle: statista.de). Die größte Suchmaschine neben Google ist YouTube. Unternehmen können hier mit professionellen Videos eine hohe Reichweite erzielen. Besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen solltet Ihr auf diesen Kanal nicht verzichten.

Die Vorteile einer Cross Channel Strategie

Eine Cross Channel Strategie bietet Euch viele Vorteile. Die wichtigsten drei zeigen wir Euch hier:

Bessere Erreichbarkeit der Zielgruppe: Durch die Streuung Eures Contents auf mehreren Social Media Kanälen wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Eure Zielgruppe tatsächlich erreicht und Eure Inhalte nicht in der Datenflut einer einzigen Plattform untergehen.

Zielgruppenrelevanter Content: Jede einzelne Plattform hat ihre individuellen Funktionalitäten und spricht daher unterschiedliche Zielgruppen an, die eine bestimmte Erwartungshaltung haben. Um diesen gerecht zu werden, solltet Ihr auf jedem Eurer Kanäle einen gewissen Anteil an Unique Content bereitstellen. Sucht dabei nach maßgeschneiderten Inhalten, die für die Plattform charakteristisch sind und die Vorstellungen Eurer Fans entsprechen. Mithilfe dieser könnt Ihr für Eure Fans Anreize schaffen, Euch explizit dort zu folgen.

Schaffung von Synergieeffekten: Neben dem kanalspezifischen Content solltet Ihr spannende Inhalte auf allen Plattformen teilen, da Euch in den einzelnen Netzwerken unterschiedliche Personengruppen folgen. Achtet dabei allerdings darauf, ob eine Verzahnung der Inhalte zwischen den Kanälen möglich ist. So ist es zum Beispiel kein Problem, einen Instagram Post auf Facebook einzubinden, andersherum funktioniert es dagegen nicht. Ein ähnliches Problem betrifft Snapchat Videos. Diese lassen sich problemlos herunterladen und auf Twitter, Instagram und den anderen gängigen Plattformen teilen. Auf Snapchat selbst dagegen könnt Ihr nichts verlinken.

Zwei Beispiele für eine kanalübergreifende Kampagne

Anhand zweier konkreter Beispiele möchten wir Euch im Folgenden Tipps geben, wie Ihr eine sinnvolle Cross Channel Strategie aussehen kann:

Beispiel 1: Recruiting

Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter für Euer Unternehmen und möchtet, dass die richtige Person Eure Stellenanzeige liest und sich darauf bewirbt.

Xing/LinkedIn: Im ersten Schritt empfehlen wir Euch, das Stellenangebot auf Euren Accounts der beiden Business Netzwerke zu inserieren. Neben dem Posting auf der eigenen Profilseite könnt Ihr auch Partner oder Mitarbeiter bitten, die Anzeige wiederum mit ihren Kontakten zu teilen. Zudem gibt es auf beiden Plattformen verschiedene Gruppen, in denen Ihr Euer Inserat platzieren könnt.

Facebook: Um eine höhere Aufmerksamkeit für die Stellenanzeige zu erreichen, solltet Ihr Facebook nicht außer Acht lassen. Hier bietet es sich an, eine authentische Geschichte über Euer Unternehmen zu entwickeln, die Einblicke in das tägliche Arbeitsleben gibt. So helfen exklusive Einblicke in die Arbeitsumgebung, Vorstellungen von Kollegen sowie Videos zur Arbeitskultur dem potenziellen Bewerber, sich ein konkretes Bild von seiner zukünftigen Arbeitsstelle zu verschaffen und zudem punktet Ihr damit in Sachen Authentizität. Außerdem bietet Facebook eine Vielzahl an öffentlichen Gruppen an, die sich dem Thema Jobsuche in einer bestimmten Region oder in einer speziellen Branche widmen. In diesen könnt Ihr Eure Gesuche ebenfalls online stellen.

Twitter: Neben Facebook eignet sich auch Twitter zu Recruitingzwecken. So könnt Ihr unter der Nutzung passender Hashtags den Link teilen, der direkt zu der Stellenanzeige führt. Darüber hinaus könnt Ihr die Mittel des Empfehlungsmarketings nutzen und direkt Institutionen oder Personen fragen, ob sie Euch einen passenden Bewerber empfehlen können.

Beispiel einer kanalübergreifenden Kampagne einer Recruiting Action auf Facebook und Instagram
Kanalübergreifende Kampagne_Recruiting

Beispiel 2: Produktlaunch

Ihr habt ein neues Produkt. Nun gilt es dessen Bekanntheit zu steigern, um die Verkaufszahlen zu erhöhen.

Blog: Laut des Social Media Atlas 2015/2016 haben bereits ein Viertel der deutschen Social Media Nutzer Produkte gekauft, die in Blogbeiträgen empfohlen wurden. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass Ihr für Produkteinführungen eigenen Blog Content schaffen solltet. Mithilfe eines Blogbeitrags könnt Ihr Euer Fachwissen und Eure Kompetenz bezüglich des neuen Artikels authentisch darstellen, die Vorzüge dessen aufzeigen und die wichtigsten Entscheidungskriterien für den Kauf unterstreichen.

Facebook: Damit Euer Blogbeitrag eine große Reichweite erzielt, empfehlen wir Euch, diesen auf Eure Seite zu verlinken und das Produkt in den Vordergrund Eurer Content Strategie zu stellen. So könnt Ihr verschiedene Bilder des Artikels online hochladen, thematische Umfragen durchführen oder eine spezielle Rabatt-Aktion für Eure Facebook Fans anbieten.

Instagram:  Handelt es sich um ein bildgewaltiges Produkt, kann dieses auch für mehrere Instagram Posts genutzt werden. So könnt Ihr bspw. hochwertige Bilder des Artikels veröffentlichen, die die Vorteile erläutern, die Funktionsweise erklären und wertvolle Tipps zum alltäglichen Umgang geben. Nutzt dabei auch einen Mix aus thematischen Hashtags mit einer hohen Reichweite und konkreten Hashtags, um das Produkt zu spezifizieren.

Twitter: Lenkt auch hier die Aufmerksamkeit auf Euren Blogartikel, indem Ihr diesen in Kurzform mit zwei bis drei passenden Hashtags wiedergebt. Zudem empfehlen wir Euch, Euch aktiv an Diskussionen zu beteiligen, die sich thematisch mit ähnlichen Produkten beschäftigen.

Die Herausforderungen einer Cross Channel Strategie

Die erfolgreiche Umsetzung einer Cross Channel Strategie ist mit einigen Herausforderungen verbunden, die Ihr vor dem Kampagnenstart bedenken solltet. So ist eine klar definierte Strategie sowie die vorherige Verteilung von Kompetenzbereichen unbedingte Voraussetzung, um gut koordinierte kanalübergreifende Aktionen durchzuführen. Zudem ist es wichtig, bei einer Cross Channel Kampagne die Kunden und nicht das Unternehmen bzw. das Produkt in den Fokus zu setzen. Versucht Euch am besten im Vorfeld eine ungefähres Bild vom Verhalten, der Sprache und der Präferenzen Eurer Kunden zu verschaffen, um ihnen zielgruppenrelevante Inhalte auf den einzelnen Plattformen präsentieren zu können und damit die Streuverluste zu minimieren. Um den Kunden einen ansprechenden Mix aus Unique Content und plattformübergreifenden Inhalten zu bieten, bedarf es letzten Endes auch einem gewissen Zeit- und Ressourcenaufwand. Überlegt daher vorher, ob Ihr diesen gewährleisten könnt oder ob Ihr Euch lieber auf wenige Plattformen beschränken solltet. Denn oftmals bedeutet weniger Quantität auch mehr Qualität!

Ihr möchtet gern wissen, wie eine konkrete Cross Channel Strategie für Euer Unternehmen oder eine spezielle Kampagne aussehen könnte? Dann nehmt gern zu uns Kontakt auf. Wir helfen Euch bei der Ideenfindung, Umsetzung und Analyse Eurer plattformübergreifenden Social Media Strategie.

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