Screenshots der Twitter Spaces vor buntem Hintergrund

Twitter Spaces – Das steckt hinter dem neuen Clubhouse-Konkurrenten

Erinnert Ihr Euch noch an Clubhouse? Zu Beginn des Jahres mischte die neue Hype-App den Social-Audio-Bereich auf und testet nun endlich auch eine Version für Android. Klar, dass auch andere Social-Media-Kanäle die Gunst der Stunde nutzen wollen. Während Clubhouse seine Android-Version testet, arbeiten auch LinkedIn, Spotify und Reddit an ähnlichen Services. Eine Plattform hat ihnen allen gegenüber aber einen Vorteil: Denn Twitter launchte nun bereits offiziell seinen Audio-Dienst „Spaces“ – für iOS und Android gleichermaßen. Wie das Feature funktioniert und ob Twitter Spaces für Clubhouse eine ernstzunehmende Konkurrenz ist, zeigen wir Euch im folgenden Beitrag.

Wer kann einen Twitter Space hosten?

Egal, ob iOS oder Android: Twitter Spaces werden innerhalb der kommenden Wochen allen Nutzer/innen zur Verfügung stehen. Jedoch können zunächst einmal nur diejenigen einen Space hosten, die mindestens 600 Follower vorzuweisen haben. Twitter begründet das damit, dass diese Nutzer/innen aufgrund ihres vorhandenen Publikums wahrscheinlich bereits Erfahrung mit der Ausrichtung von Live-Gesprächen haben. Bevor allen Usern die Möglichkeit gegeben wird, einen Raum zu erstellen, soll der Fokus zunächst darauf liegen, Räume zu entdecken und Menschen dabei zu helfen, guten Content zu genießen.

Wie funktionieren Twitter Spaces?

Wie auch bei Clubhouse gibt es innerhalb der Twitter Spaces drei Arten von Anwender/innen:

  • Moderator/in: Leitet den Space und hat die Möglichkeit, Zuhörer/innen zu Sprecher/innen zu machen oder zu entfernen
  • Sprecher/in: Wird von Moderator/in bestimmt und kann aktiv am Gespräch teilnehmen, jedoch selbst keine Sprecher/innen hinzufügen oder entfernen
  • Zuhörer/in: Kann das Gespräch mitverfolgen und Wortmeldung anfordern

Startet Ihr einen Space, wird dieser bei Euren Followern oben in der Timeline als lilafarbene Bubble angezeigt, solange Ihr live seid. Das gilt auch, wenn Ihr selbst keinen Space hostet, aber in einem sprecht.

Screenshot der Twitter Spaces im Feed

Quelle: onlinemarketing.de

Tretet Ihr einem Space als Zuhörer/in bei, könnt Ihr auf alle Inhalte mit Emojis reagieren, alle gepinnten Tweets und die Untertitel ansehen, den Space twittern oder als Direktnachricht senden sowie eine Wortmeldung anfordern.

Screenshot eines Twitter Spaces

Quelle: onlinemarketing.de

Tretet Ihr einem Space als Sprecher/in bei, könnt Ihr nicht nur sprechen, sondern auch Tweets anheften oder den Space tweeten, sodass Eure Follower ebenfalls daran teilnehmen können. Auch das Einschalten von Untertiteln ist eine Option. So können Zuhörer/innen den Talk auch ohne Ton verfolgen.

Wie immer spielt auch bei Twitter Spaces Sicherheit eine wichtige Rolle. Hostet Ihr einen Space, erhaltet Ihr von Twitter die Kontrolle. Ihr habt diverse Kontrollmöglichkeiten, um die Sicherheit bei der Teilnahme sowie der Moderation von Spaces zu gewährleisten. Hosts können beispielsweise Sprecher/innen stummschalten, ihnen das Mikrofon wegnehmen oder sie komplett aus dem Space entfernen. Zudem könnt Ihr als Host alle Sprecher/innen gleichzeitig stummschalten. Alle Teilnehmer/innen können andere Personen im Space melden und blockieren sowie den ganzen Space melden.

Welche Vorteile haben Twitter Spaces für Unternehmen?

Bei Betrachtung der Twitter Spaces stellt sich besonders für Unternehmen die Frage, welche Vorteile diese gegenüber Clubhouse haben. Gibt es überhaupt welche? Oder gibt es auch Nachteile, die in Betracht gezogen werden sollten?

Ein Vorteil ist das bestehende Netzwerk, das bereits auf Twitter existiert. Ihr müsst also nicht zunächst ein neues Netzwerk aufbauen, um das Format Social-Audio zu nutzen und zu konsumieren. Der zeitliche Vorsprung von Twitter sorgt für ein vertrauteres und vielfältigeres Erlebnis. Nicht nur ist Euer Twitter-Netzwerk in der Regel deutlich größer, es ist auch vielfältiger und die Themengebiete sind heterogener. Zudem sind sie nur ein Feature von Twitter und nicht der Kern der App wie es bei Clubhouse der Fall ist. Twitter Spaces können in der Timeline verbreitet und zwischen den Fleets konsumiert werden. Damit ist die Auffindbarkeit besser als auf Clubhouse. Hinzu kommt, dass Twitter eine deutlich größere Nutzerbasis hat als Clubhouse. Spaces können ein Wachstumstreiber für Twitter sein, aber Social-Audio ist nicht der alleinige Treiber von Twitter. Real-Time und Nachrichten spielen seit jeher auf Twitter eine wichtige Rolle und können zu aktuelleren Themen und Diskussionen führen.

Welche neuen Features sind geplant?

Nachdem der Anfang gemacht wurde, plant die Social Media-Plattform bereits weitere Features, um die Twitter Spaces noch besser zu machen. Dazu zählen:

  • Ticketed Spaces (erlauben Hosts, Ticketpreise und eine Anzahl an Tickets für einen Space festzulegen)
  • Co-Hosting (Spaces können mit bis zu zwei weiteren Hosts gestartet werden)
  • Scheduled Spaces (Nutzer/innen können sich erinnern lassen, wenn ein Space startet)
  • Mehr Labels für Blockierungen und Warnsymbole
  • Optimierte Untertitel

Sind Twitter Spaces das bessere Clubhouse?

Twitter Spaces oder Clubhouse – wofür solltet Ihr Euch nun entscheiden? Twitter Spaces dürften schon aus dem Grund interessant für Unternehmen sein, weil sie für jeden zur Verfügung stehen – nicht nur für iOS-Nutzer/innen. Zudem findet sich die Social-Audio-Funktion innerhalb der bereits bekannten App und macht den Zugang damit leichter, da Ihr Euch nicht erst in eine neue App einarbeiten müsst. Auch die bereits vorhandene Nutzerbasis und die damit höhere Vielfalt des Contents sprechen für Twitter Spaces. Während man sich auf Clubhouse vor Talks über Influencer Marketing Hacks und dergleichen nicht retten kann, ist zu erwarten, dass in Twitter Spaces mehr Nischenthemen und Aktualität an der Tagesordnung sind. Auch Interviews und Q&As passen zur Plattform und werden voraussichtlich eine große Rolle spielen. Ein Nachteil der Twitter Spaces gegenüber Clubhouse ist, dass Ihr zunächst mindestens 600 Follower benötigt, um einen Space zu starten. Habt Ihr weniger als 600 Follower, aber hattet Ihr bereits das Glück, eine Clubhouse-Einladung zu erhalten, bietet sich in diesem Fall möglicherweise eher diese Plattform für Euch an. Letztendlich liegt es – wie so oft – in Eurem Ermessen, welche Plattform für Euch und Eure Zielgruppe die geeignetste ist.


Ihr habt noch Fragen zu Twitter Spaces oder Social-Audio, Anmerkungen, Kritik oder Themenwünsche? Schreibt uns gern an hallo@somengo.de, via Instagram Direct oder im Facebook Messenger. Wir freuen uns auf Eure Nachrichten!

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