Viele Wege führen zum User – Wie Ihr mit Cross-Channel Apps und Multi-Channel Apps erfolgreiche Kampagnen kreiert

Bei der Planung von Web-Apps ist eine kanalgeleitete Konzeption nicht immer empfehlenswert. Jeder Kanal, ob im Social Media, eigenen oder fremden Websites, E-Commerce oder Mobile-Umfeld, bietet seine ganz eigenen Möglichkeiten, Vorteile aber auch Einschränkungen zur Integration von interaktiven Anwendungen.

Statt einer festgelegten Ausrichtung auf einen Kanal nach dem Motto „Wir bauen eine App für Facebook“ solltet Ihr zunächst die Ziele der App sowie den Kontext des Users, der sie nutzen soll, näher beleuchten.

Legt Ihr Euch bei der technischen Basis auf Web-Apps (also webbasierte Anwendungen, welche in allen Browsern laufen) fest, solltet Ihr beim Kampagnen-Konzept bedenken, dass Ihr diese auch in mehreren Kanälen gleichzeitig einsetzen könnt. Die Rede ist von Multi-Channel und Cross-Channel Apps. Oberste Devise bei der Planung ist es, den Nutzern einen möglichst kurzen Weg zum vorab definierten Ziel der App zu bieten. Gleichzeitig gilt es, die App entsprechend der jeweiligen Mechanismen verschiedener Kanäle sinnvoll zu adaptieren.

Multi-Channel Apps und Cross-Channel Apps – Was ist der Unterschied?

Auch wenn die Begriffe „Multi-“ und „Cross-Channel“ häufig Synonym verwendet werden, basieren Multi-Channel und Cross-Channel Apps auf unterschiedlichen Prinzipien.
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Begriffserklärung Multi-Channel Apps

Bei einer App im Multi-Channel Einsatz wird ein und dieselbe Applikation auf mehreren Kanälen gleichzeitig gespielt. Die Kanäle werden jedoch unabhängig voneinander betrachtet und aktiviert. Es findest keine kanalspezifische Adaption der App-Technologie statt und eine datenseitige oder mechanische Verbindung der verschiedenen Apps ist nicht gegeben. [/one_half]

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Begriffserklärung Cross-Channel Apps

Cross-Channel Apps werden ebenfalls auf mehreren Kanälen gespielt, jedoch verbindet die Anwendung diese miteinander auf technischer Ebene. Sowohl übergreifende Datenhaltung als auch eine sinnvolle mechanische Adaption der verschiedenen Instanzen ist wichtig. Ziel ist es dabei, einen sinnigen inhaltlichen, mechanischen und technischen Zusammenhang über alle Kommunikationskanäle hinweg zu ermöglichen. [/one_half]

Cross-Channel App-Setup – ein einfaches Beispiel

Ihr plant im Rahmen einer Produkt-Promotion eine Landingpage mit Gewinnspiel-Formular. Nutzer sollen in ihrer Bewerbung für den Gewinn ein thematisch passendes Bild in der App hochladen, was Ihr in der User-Galerie anzeigen lasst. Ihr wollt über die Aktion ein paar Beiträge aus Eurem Blog promoten und den Traffic auf diesen erhöhen. Und die ganze Aktion soll natürlich auch über Eure Facebook-Seite beworben werden.
Für das Setup wird eine Web-App aufgesetzt, mit der Gewinnspiel-Mechanik wie oben beschrieben. Diese kann dann via iframe in den Blog als separate Gewinnspiel-Seite eingebunden werden. Neben dieser im Blog aufgesetzten Landingpage erscheint es Euch sinnvoll, die Aktion auch direkt auf Facebook zu spielen und das Gewinnspiel via iframe als Tab-App einzubinden. Somit können Eure Facebook-User direkt zugreifen, ohne Facebook zu verlassen (Stichwort: kürzester Weg). Da User bei Facebook per-se eingeloggt sind, bietet es sich hier an, in der Gewinnspiel-App selbst ein Single-Sign-On mit Facebook anzubieten, um den User möglichst schnell zur erfolgreichen Registrierung zu bekommen. Außerhalb von Facebook, also auf Eurer Blog- Landingpage, sollte der Facebook-Login nur optional angeboten werden. Für die User, die auf den Blog kommen und nicht bei Facebook eingeloggt sind, sollte eine einfach Alternativ zur Registrierung angeboten werden – z.B. die Eingabe von Name und E-Mail-Adresse. Ihr wollt schließlich wertvolle User-Beiträge bzw. Bilder generieren und solltet dafür unnötige Hürden zur Registrierung vermeiden.
Zusätzlich wollt Ihr zur Aktion passende Blog-Beiträge auch direkt in der App auf Facebook einbinden bzw. prominent Teasern, damit die CTR direkt auf die Beiträge gefördert wird. Technisch kein Problem, denn Ihr könnt die gewünschten Blog-Beiträge automatisch in die App ziehen (z.B. geht das via RSS, falls euer Blog das unterstützt).

Setup für Cross Channel Apps

Ein Anwendungsszenario: Multi- und Cross-Channel Apps im Social Design

Stehen Ziel und Ausrichtung der App fest, gibt es viele Möglichkeiten, die eigenen Social Media Kanäle mit einer Web-App zu koppeln. Zum einen können die klassischen Social Media Plattformen wie Facebook, WhatsApp, G+ oder Twitter zum Teilen der Aktion selbst oder einzelner Inhalte auf der App eingebunden werden. Andererseits können natürlich auch tiefere Einbindungen Eurer Social Kanäle in die App stattfinden, so dass Content nicht nur nach Außen geteilt, sondern dieser auch aus den Kanälen gecrawlt und in der App sinnvoll platziert werden kann. Bei Facebook geht das beispielsweise über die API und den Connect der eigenen Page. Bei Instagram und Twitter kann man via API die entsprechenden Beiträge über die Hashtags abrufen und innerhalb der App weiterverarbeiten.

Multi-Channel Apps und Cross-Channel Apps im Social Design

So können Cross-Channel-Setups erweitert werden

Möglicherweise habt Ihr einen Online-Shop und wollt neben den User-Beiträgen, die via Upload eingespielt werden und den thematisch passenden Blog-Beiträgen noch Produkte selbst in dein Setup reinholen? Je nach Zielstellung und Anwendungsszenario könnt Ihr Eure App oder die Beitrags-Galerie der App bei Bedarf auch im eigenen Online-Shop einbinden – vielleicht ergibt es Sinn, die passenden Produkte automatisch in das Grid einzubinden, so dass User-Beiträge, Blog-Content und Produkte eng beieinander sind?
Oder Ihr wollt Euren Usern ein nachhaltiges Erlebnis bieten und schafft es, in Eurem Konzept entsprechende Mehrwerte einzubauen, die über die einzelne Kampagne hinaus genutzt werden können oder sogar „offline“ attraktiv für Eure User sind? Dann solltet Ihr darüber nachdenken, Eure Anwendung innerhalb einer Hybrid-App als mobiles Erlebnis zu erweitern und zum Download anzubieten. Dieser technische Weg ermöglicht es Euch, Eure Services und Mehrwerte eng am Nutzer zu platzieren und ein vertrauensvoller Wegbegleiter zu werden. Doch Vorsicht: Hier muss die Planung und Konzeption langfristig und nicht Aktions-getrieben angegangen werden und ein echter Mehrwert über einen „Gewinn“ hinaus eingebracht werden, damit sich der technische Aufwand für Euch und die Applikation selbst sich für den Nutzer lohnen. Zum Beispiel wäre hier der Weg vom Gewinnspiel-Fokus hin zu einer eigenen Micro-Community ein gangbarer Weg in Richtung eines nachhaltigen Nutzererlebnisses.

Erweiterung von Cross-Channel App Setups

Praxis-Beispiel: Multi-Channel App

Zur Fußball WM 2014 haben wir für Kia Deutschland die „KiArena“ ins Leben gerufen. Hier geht’s zum Case.

Praxis-Beispiel: Cross-Channel App

Eine Produkt des Monats- App für NUK verbindet Online-Shop und Facebook in einem Cross-Channel Kampagnen-Setup. Hier geht’s zum Case.

Fazit: Wie Ihr mit Cross-Channel Apps und Multi-Channel Apps erfolgreiche Kampagnen kreiert

Ob Single-, Multi-, oder Cross-Channel App ist zunächst zweitrangig. Bei der Planung einer Kampagne-Applikation geht es vor allem darum, nicht vom Kanal auszugehen, auf dem sie später ausgespielt werden sollen. Es geht bei der Konzeption um die Ziele der Applikation und wie man den Kontext des potentiellen Users am besten einbezieht. Erst im späteren Vorbereitungsschritt bezieht man kanalspezifische Besonderheiten und technische Aspekte mit ein, um dem zuvor gesetzten Ziel des Users und der Kampagne auf möglichst optimalem Wege entgegen zu wirken. Letztlich sind Multi- und Cross-Channel Apps web-basierte Applikationen, welche direkt oder auch flexibel im Nachhinein auf unterschiedlichen Kanälen eingebettete werden können. Dadurch eröffnen sich eine Vielzahl von Anwendung-Szenarien, ob im Online-Shop, als eigene Landing-Page oder beispielsweise als Facebook-App. Im Fall einer Cross-Channel App können Daten dabei kanalübergreifend für ein besseres Nutzererlebnis generiert und ausgespielt werden, wohingegen eine Multi-Channel App keine Priorität auf die Verbindung zwischen verschiedenen Kanälen legt.
Durch die Konzeption der App im Social Design werden potentiellen Usern noch mehr Berührungspunkte mit der Kampagne geboten. Das erhöht sowohl Reichweite als auch User-Freundlichkeit.
Ganz gleich für welches Setting Ihr Euch entscheidet, das Hauptaugenmerk sollte im gesamten Verlauf von der Konzeption über die Entwicklung und später beim Erfolgstracking immer auf dem User liegen.

Quelle Icons (Header und Darstellungen im Text): woothemes.com