Wir sind der Meinung, dass Social Media Aktivitäten schon lange nicht mehr zu den Dingen gehören, die ein Unternehmen „nur ein bisschen“ oder einfach so „nebenbei“ durchführen sollte. Nein, Social Media ist erwachsen geworden und verlangt damit auch nach einem professionellen Umgang.

Natürlich gehen einige noch immer den Weg der totalen Verweigerung, aber dieser verhindert eben nicht, dass bei Facebook, Twitter und Co. über die eigene Marke gesprochen wird. Neben der Kommunikation mit Freunden und Bekannten ist der Austausch über Marken, Produkte und Dienstleistungen für knapp ein Drittel aller Online-User einer der Hauptbewegründe für Social Media Nutzung. Und rund die Hälfte aller Twitter-Nutzer sprechen auf dem sozialen Netzwerk Empfehlungen für Produkte und Brands aus.

Wenn jeder Online-Nutzer sichtbar für abertausend andere User Meinung und Erfahrungen über Firmen und deren Produkte teilen kann, dann trägt dieser auch zu dem Bild der Marke innerhalb der Online-Community bei. Branding wird dadurch zur open-source Aktivität, was für das Unternehmen nicht immer positiv ausgehen muss. Warum also die Darstellung der eigenen Marke der Willkür und Gunst anderer überlassen? Stattdessen sollte man als Unternehmen selbst aktiv werden, sich mit einem starken Bild der eigenen Marke online präsentieren und so die Diskussion beeinflussen – mit Social Media Branding.

Kenne Deine Zielgruppe!

Für Social Media Branding gilt: „Go fishing where the fish are!“ Am Anfang aller Social Media-Aktivitäten steht daher eine umfassende Analyse der eigenen Zielgruppe. Dabei sind Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt: Von der Online-Umfrage über Google Analytics-Auswertungen bis hin zu aufwendigen Marktforschungen ist alles möglich – jede Information ist kostbar! Fakten wie Geschlecht und Alter gehören dabei zu den Basisinformationen. Noch aussagekräftiger sind die Interessen, Probleme und Bedürfnisse der Nutzer. Je mehr Ihr über Eure Zielgruppe wisst, desto besser könnt Ihr Eure Social Media Branding Strategie auf Euer Publikum ausrichten.

Sei kein Partycrasher!

Ist die Zielgruppe hinreichend bekannt, kann das weitere strategische Vorgehen geplant werden. Hierbei ist wichtig, dass unabhängig von Format und Kanal all Eure Beiträge ein konsistentes Bild vermitteln. Unserer Erfahrung nach könnt Ihr nur so die Bekanntheit Eures Unternehmens erweitern und Kompetenz ausstrahlen. Gleichzeitig müssen die Inhalte hochwertig und absolut relevant für Eure Zielgruppe sein.

Auch wenn es viele auf Social Media aktive Unternehmen nicht hören wollen, aber Online-User nutzen Facebook, Twitter und Co. um verschiedenste Bedürfnisse zu erfüllen, nicht jedoch, um von Marketingbotschaften bombardiert zu werden. Nutzer wollen sich mit anderen vernetzen, sich informieren und unterhalten werden. Wenn Unternehmen in diese Umgebung mit unangebrachten Inhalten eindringen, die für die User irrelevant oder nicht unterhaltsam sind, werden sie schlichtweg als ungeladener Gast auf der Social Media Party wahrgenommen.

Gutes Branding hingegen ist das, womit der User einverstanden ist, da es sich nahtlos in seine Newsfeeds einfügt. Gutes Branding enthält Content, der für den User relevant ist, ihn zum Lachen oder Nachdenken anregt oder sonstigen Mehrwert bietet. Gutes Branding ist das, welches geliked, geteilt und re-tweetet wird.

Wenn attraktive Inhalte von niemandem gelesen werden, sind sie dann attraktiv?

Ganz gleich wie unterhaltsam und kreativ, wissenswert oder nützlich euer Content ist – das eigene Wissen präsentieren und Kompetenz demonstrieren kann ein Unternehmen nur, wenn die Beiträge auch wahrgenommen werden. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist das Social Timing. Nicht derjenige Zeitpunkt sollte für die Veröffentlichung gewählt werden, der für den Urheber am komfortabelsten ist, sondern der, zu dem die Zielgruppe auch online ist. Diese Zeitspanne variiert mitunter sehr stark zwischen den verschiedenen Kanälen. Beispielsweise hat Facebook meist am Mittwochnachmittag den größten Zulauf, während Twitter-Nutzer unter der Woche eher vormittags und in der Mittagspause durch ihren Newsfeed scrollen.

Interessenten sind gut, Fans sind besser

Social Media Branding zielt vor allem darauf ab, Vertrauen in das eigene Unternehmen zu stärken. Hier gilt das gleiche Prinzip wie in der Musik und beim Fußball: Echte Fans halten die Treue auch in schweren Zeiten. Sie sprechen online gern über die Marke und teilen ihre Erfahrungen. Sie werden zu Markenbotschaftern. So wird die open-source Aktivität Branding zur Chance für Unternehmen, wenn die Online-Community Seite an Seite mit dem Unternehmen steht.

Um diese Chance jedoch nutzen zu können, ist Social Media eben nichts für „nebenbei“. Es erfordert eine genaue Analyse der Zielgruppe, strategische Planung und qualitativ hochwertige Postings. Diese müssen sich gut in die Newsfeeds der Zielgruppe einfügen und zu einem Zeitpunkt erscheinen, an dem sie auch tatsächlich gesehen werden. Kurzum: Gutes Social Media Branding erfordert volle Aufmerksamkeit.

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