Asien als Vorbild? So können Messenger-Dienste erfolgreich im Unternehmensmarketing eingesetzt werden können – Teil 1: LINE

Einsatz von KakaoTalk im Marketing

Eine neue Hose kaufen, den nächsten Urlaub buchen oder eine Mitteilung über den aktuellen Lieferstatus einer Bestellung erhalten – auf der Facebook Entwicklerkonferenz F8 im April kündigte Mark Zuckerberg an, seinen Messenger für die kommerzielle Nutzung zu öffnen. Mithilfe von Chat-Bots soll dieser künftig zu einer Support- und Vertriebsplattform werden, auf der Firmen direkt mit ihrer Zielgruppe kommunizieren sowie ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten können. Intelligent entwickelte Bots übernehmen dabei die Schnittstelle zwischen Kunden und Unternehmen. Die Nutzer werden umfangreich beraten und können im Anschluss sofort einen Kauf oder eine Buchung tätigen – und dies, ohne den Messenger dabei verlassen zu müssen. Diese Idee klingt aus Unternehmenssicht spannend, doch ist sie keinesfalls neu. In Asien dienen die Messenger schon länger als Service-Plattformen, die viele alltägliche Bedürfnisse ihrer Nutzer befriedigen.

In unserer neuen dreiteiligen Reihe möchten wir Euch Einblicke in die führenden asiatischen Messenger geben und deren Marketingpotenzial aufzeigen. Als erstes Beispiel nehmen wir heute den japanischen Messenger LINE genauer unter die Lupe.

So funktioniert der Messenger-Dienst LINE

LINE gehört zum Unternehmen „LINE Corporation“ und wurde 2011 gestartet. Derzeit verzeichnet der Messenger-Dienst weltweit 215 Millionen aktive Nutzer (Stand März 2016). Vorwiegend stammen sie aus Japan, Thailand, Indonesien und Taiwan, aber auch in Süd- und Mittelamerika ist er verbreitet.

Das Besondere an LINE ist, dass es ein Hybrid aus Chat-Portal und Sozialem Netzwerk bildet. Anders als Facebook setzt LINE nicht auf Bots, sondern auf separate Apps, die zusammen alle Bereiche einer gelungenen Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden abdecken.  So ist es möglich, dass Firmen über „LINE@“ Profile erstellen. Über diese können sie Nachrichten an potenzielle Kunden verschicken und persönliche Gespräche mit den Nutzern führen. In der freien Version ist die Anzahl der Nachrichten dabei auf 1.000 begrenzt, in der Bezahlvariante kann sie beliebig aufgestockt werden. Zudem verfügen die Profile über eine Timeline, auf der Beiträge gelikt, geteilt und kommentiert werden können – ähnlich wie bei Facebook, Twitter & Co. Auf dieser können die Unternehmen exklusive Informationen bereitstellen, Gewinnspiele starten oder lukrative Kampagnen umsetzen. Postet eine Firma eine Neuigkeit, bekommen die Nutzer automatisch eine Benachrichtigung zugeschickt. Auf Basis einer erfolgreichen Marketingstrategie können Unternehmen somit intensive Kundenbindungen auf- und ausbauen.

LINE als Unternehmen effektiv nutzen

Zusätzlich lässt sich der Messenger auch für E-Commerce Zwecke einsetzen. LINE stellt spezielle Features zur Verfügung, über die Unternehmen Shop-Auftritte einrichten können. So können Nutzer Coupons und Kundenkarten sammeln sowie direkt Produkte bestellen. Mit „LINE Pay“ bietet LINE außerdem einen integrierten Bezahldienst an, über den Zahlungsabwicklungen bequem per Kreditkarte vorgenommen werden können.

Hauptsächlich erfolgt die kommerzielle Nutzung von LINE allerdings über Sticker, die in Asien erfolgreich in der Markenkommunikation eingesetzt werden. Mithilfe standardisierter Schnittstellen können Unternehmen über den „LINE Creators Market“ personalisierte Sticker oder markenspezifische Emojis entwickeln. Diese sollten einen hohen Wiedererkennungswert haben, damit viele Nutzer sie kaufen und häufig in ihren Nachrichten verwenden. Effizient eingesetzt haben Brands damit eine hohe Viralität innerhalb des Messengers. Somit können Firmen ihre Marke stärken und neue Kunden gewinnen.

Ebenso interessant für Unternehmen ist die Errichtung von Marktforschungsseiten innerhalb des Messengers – explizit innerhalb von „LINE@“. Auf diese können Firmen Fragebögen zu ihren Produkten oder Dienstleistungen erstellen, die von ihren potenziellen Kunden beantwortet werden. Anhand der Antworten können die Unternehmen konkrete Informationen über ihre Zielgruppe, wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Kaufverhalten oder Interessen gewinnen. Außerdem können die Umfragen dazu genutzt werden, zukünftige Produkte auf ihre Akzeptanz innerhalb der Zielgruppe zu testen.
Amazon auf LINE -Einsatz von LINE im Unternehmen

Direktnachrichten, Community Building und Vertriebsplattform: der Online-Versand-Riese Amazon nutzt die Features von LINE geschickt zur Kundenkommunikation. (Quelle: mockupphone.com)

Fazit: Der Messenger Line als Kommunikationskanal für Unternehmen

Zusammenfassend bietet die Verbindung aus Chat-Portal, Sozialem Netzwerk und Vertriebskanal für Unternehmen spannende Ansatzpunkte, um LINE im Marketing einzusetzen. Die größte Schwachstelle allerdings ist sicherlich, dass zur sinnvollen Nutzung die Installation vieler Anwendungen nötig ist. Der App-Dschungel kann gerade für LINE-Beginner schnell unübersichtlich werden. Wir helfen Euch gern in diesem zurechtzufinden und beraten Euch über die Einsatzmöglichkeiten. Bei Interesse sprecht uns gern an.

Im zweiten Teil unserer Reihe werden wir Euch WeChat genauer vorstellen und Euch zeigen, wie der chinesische Messenger sinnvoll im Unternehmensmarketing eingesetzt werden kann. Ihr könnt also gespannt sein …

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