Video Content gewinnt im Social Web stetig an Bedeutung: Allein Facebook generiert nach eigenen Angaben pro Tag 8 Milliarden Videoaufrufe. Fast ein Drittel aller Internet User nutzen die Videoplattform YouTube. Via Snapchat werden jede Minute fast 7 Millionen Videos angeschaut und eine Studie von Cisco prognostiziert, dass im Jahr 2019 80 % des Internet Traffics durch Video Content generiert werden wird.

Videoinhalte unterhalten und regen Engagement an – das wissen auch Unternehmen und nutzen Bewegtbild verstärkt, um bei Usern Interesse für sich und ihre Produkte zu wecken.

Ich habe mit André Schmidt, Geschäftsführer der Somengo GmbH, darüber gesprochen, wie Video Content von Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann und was es dabei zu beachten gilt.

Welche Möglichkeiten bieten sich, Videos im Social Web sinnvoll einzusetzen?

Das kommt ganz darauf an, welche Ziele man mit seiner Social Strategie verfolgt. Videos sollten niemals getrennt von dieser produziert, sondern von vornherein mit eingeplant werden. Deshalb bieten wir dies von der Planung bis zur Umsetzung in unserem Leistungsportfolio an.

Als erstes denkt man natürlich immer an Produktvideos, um das Interesse an einem Produkt zu steigern und bestenfalls dadurch den Umsatz zu erhöhen. Wie gut das funktionieren kann, zeigte das amerikanische Unternehmen Blendtec. Mit ihren Standmixxern demonstrierte das Unternehmen in Videos das Schreddern verschiedenster Gegenstände – vom Golfball bis zum iPhone war alles dabei. Einfach aber effektiv. Die Videos mit zugegebenermaßen überschaubaren Produktionskosten wurden zum viralen Hit und das Unternehmen konnte seine Verkäufe um 700% steigern.

Aber auch im Recruiting-Bereich können Videos sinnvoll eingesetzt werden. In Zeiten des Fachkräftemangels kann das Interesse bei Bewerbern durch authentische Mitarbeiterinterviews zu täglichen Aufgaben und dem Arbeitsumfeld sowie einen Rundgang am Standort effektiv geweckt werden.

Auch Erklärvideos zu Produkten, Dienstleistungen oder Entwicklungen im Markt als audiovisuelles Pendant zum herkömmlichen Blogartikel erfreuen sich hoher Beliebtheit. Hochwertig und ansprechend aufbereitete, relevante Informationen bieten hier Käufern und potentiellen Kunden echten Mehrwert.

Welche Hardware wird dafür benötigt?

Auch wenn sich mit aktuellen Smartphone Modellen schon hochwertige Videos für die Freizeit produzieren lassen – im Unternehmen sollte man doch mindestens zu einer digitalen Spiegelreflexkamera und einem Stativ greifen. Manueller Fokus und Belichtung ermöglichen Videoaufnahmen in sehr guter Qualität. Aber auch am Ton sollte nicht gespart werden. Schon ein preisgünstiges externes Mikrophon kann die Audioqualität des späteren Videos erheblich verbessern.

Außerdem kann man mit speziellen Lampen eine geeignete Beleuchtungssituation herstellen, die im späteren Video vorteilhafter wirkt.

Neben der Hardware sollte aber auch entsprechende Software für Nachbearbeitung, Schnitt und gegebenenfalls Animationen, mit denen das Gesagte und Gezeigte noch unterstützt wird, vorhanden sein.

Besonders Mitarbeiter-Interviews stellen für die Beteiligten, die wahrscheinlich noch nie vor der Kamera standen, eine Herausforderung dar. Wie kann ich dafür sorgen, dass sie im besten Licht erscheinen?

Zum einen kann ich günstige Rahmenbedingungen schaffen. So sollte beispielsweise der Protagonist bei einem Interview oder Erklärvideo den Bildausschnitt mit seinem Oberkörper größtenteils ausfüllen, wobei über dem Kopf noch etwas Platz gelassen werden sollte. Gefilmt wird dann auf Augenhöhe, keinesfalls von unten. Unauffällige Kleidung, die der Position im Unternehmen angemessen ist, wirkt zudem authentisch und lenkt nicht vom Gesagten ab.

Bei dem, was gesagt werden soll, kann unterschiedlich vorgegangen werden. Keinesfalls sollte der Text jedoch abgelesen werden oder auswendig gelernt klingen.

Handelt es sich um ein Interview mit Mitarbeitern, raten wir dazu, die Protagonisten im Vorfeld in das Thema einzuweihen, sodass diese sich entsprechend vorbereiten können. Die konkreten Fragen werden dann aber erst während des Drehs gestellt, um spontane, ehrliche und authentische Antworten mit der Kamera einfangen zu können.

Wenn Mitarbeiter vor der Kamera etwas erklären, beispielweise Arbeitsabläufe oder Produkteigenschaften, muss auch hier eine gewisse Vorbereitung erfolgen und entschieden werden, was gesagt wird. Besonders kompetent und seriös wirken Mitarbeiter jedoch, wenn sie sich nicht zuvor den genauen Wortlaut zurecht legen, sondern frei sprechen. Gern kann man auch eine vertraute Person neben dem Kameramann platzieren, sodass dem Protagonisten das Gefühl gegeben wird, mit ihr und nicht mit der Kamera zu sprechen. Das senkt die Aufregung und schafft Vertrauen.

So handhaben wir das auch bei unseren eigenen Videos, wie auf unserem YouTube Kanal zu sehen.

Wie lang sollte ein Video im Social Web sein?

Das hängt natürlich vom Ziel meines Videos und auch der Plattform ab. Auf Instagram können derzeit nur Videos mit einer Länge von bis zu 60 Sekunden hochgeladen werden.

Auf YouTube hingegen werden auch Videos mit mehreren Minuten Länge oft und bis zum Ende konsumiert. Wichtig ist immer, dass das Video in den ersten Sekunden das Interesse des Zuschauers weckt und ihn am Weiterscrollen hindert. Es sollte aber auch im weiteren Verlauf informativ und bestenfalls gleichermaßen unterhaltsam bleiben.

Video Content als wesentlicher Bestandteil der Social Strategie kann also ein effektives Kommunikationsinstrument sein, um potentielle Kunden oder Bewerber anzulocken. Genaue Planung und professionelle Umsetzung sind dabei entscheidend. Wenn Ihr dabei Unterstützung benötigt, könnt Ihr uns gern jederzeit kontaktieren.

Tipps für Video Content im Social Web
Quelle: Eigenes Bild

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